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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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469
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von dem Königreiche Preußen.

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unser« Herrn und Hcylandcs IEsu Lhri-sti/Amen.

Aus dieses gebet wurde das lied gesungen/und mutlciret : Allein GOTT in der höh se?ehr:c. undgiengder Lon5-cr^cormit dem letz-ten verße aufdie cantzel/allwo er eine kurtze pre-digt hielt über die worte GOTTes l8,mue!. llv.zo. Wer mich ehret/den will ich wiederehren. Nach vollendeter predigt aber wurdeunter die orgel aus dem 21 Psalm der 2/3/4/ s/6/^7/8 und 14 vers mul-ciret; da denn unterwahrender music der (-'ontecrsrOl- von dercantzelin die sacrisrey gieng^und bey derojelbenendigung sich nebst dem ^sliitenrm vor den al-tar mit dem angesichte gegen beyde KöniglicheMajestäten ftellete: DieandernPrediger aberstunden wieder zu beyden seittn des altars in ih-rer ordnung. Als die music gäntzlichzu endewar / wurde das lied von der gantzen gemeinegesungen/und vom chor darunter murret:Aomm GOTT Schöpffer / heiligerGelstzc. und nach dessen Vollendung trat derKönig unter trompeten-und paucken-schall vorden altarzur salbung/kniete nieder/nahm seineCröne ab/ und legte sie sammt dem Zepter aufdas küssen neben sich. Indessen hielt der 5on-Kcrstüreinen güldenen teller in seinen Händen/und der Ober-Kammer-Herr / Reichs - Grafvon Wartenberg / reichere ihm das gefäß vonjaspismit dem salb-öl auf itztgebachtem teller/welches beydes der LontecrZtor nachmahls dem^zsittenren zu halten gab. Hierauf wurde Sr.Majestät von dem Ober-Kammer-Herrn dieperuque ein wenig zurück geschoben / daß diestirne gantz frey war / der eonlec^mr abernahm das gefäß mit dem salb-öl vondemgül-denen teller/ goß sich etwas darvon aufdie zweyförderten finger seiner rechten Hand / und salbeteSe. Maj. den König erstlich aufdie stirne/her-nach auf den puls der lmcken Hand / und setzetedas gefäß mit dem salb-öl wieder auf den gül-denen teller. Hiermit hielten die trompetenund paucken inne/ und sprach der eonleci-srormit lauter stimme zu Seiner Königl. Maj. dieseWorte: Ew. königl. Majestät empfangenttndnehmen auf diese saibung als ein gött-liches Wahrzeichen /dadurch GOTT ehe-mahls durch seine Priester und Prophetendenen Aönigen seines volcks bezeugen las-sen/daß er selbst / der höchste GOTT/ siezu Aönigen gemachet/ eingeseyec und ver-ordnet hat. Und der HErr unserGOTTsalbe hierbe? auch selbsten mit dem Heil.Geiste Eure Aönigl. Majestät/daß sie/ alsein Gesalbter des HErrn / mit munterem/tapfferem und willigem heryen dieß volckund Königreich beherrschen und regieren/auch bep guter gesundheit viele jähre undZeiten dem willen ihres GOTTes dienen/durch unsern HErrn IEsum Christum/Amen!

Sofort mulicireteder chor folgende worte:Amen/ amen/glück zu dem Aönige I glückZu dem Aönige! glück zu dem Aönige lGOtt verleihe ihnr langes leben! Nach die-sem ließen sich die trompeten und paucken wie-derum hören/ da immittelst Sr. Mai. dem Kö-nige der Ober - Kammer - Herr das salb-öl vonder stirne und Heyden Händen mit einem dazu

verordneten tüchlem abwischete/ und dasselbenachmahls dem (üonlecrarori übergab. Balddaraufgab dieser das gefäß mit dem salb-öl aufdem güldenen teller dem Ober-Kammer-Herrnzurücke/ und erHuben sich Se. Königl. Maj.wiederum auf dero thron. Hingegen bliebder Lonlecrator und ^Mevte vor dem bänck-chen stehen / woraufsich Ihre Majest. die Köni-gin unter dem schall der trompeten und pauckenauch zur stllbung darstellen/und vordem altarniederkniete. So dann überreichte detOber-Kammer-Herr das gefäß mit dem salb-öl demevttsecrsrori wiederum/ deresaufdemgüldenen teller annahm/und dem/^kttenren zuhalten gab. Der Loakecl^ror (^ber nahm dasgefäß mit dem salb-öl/ goß sich etwasauf diefördersten finger seiner rechten Hand / und sal-bete Ihre Majest. die Königin auf der stirneund ausdem puls der rechten / wie auch der im-ckett Hand/ und setzen das gefäß mit dein salb-ölwieder an seinen ort. Als nun alles stille war/sprach er nachfolgende Worte mit lauter stimme tEw. Aönigl. Maj. empfanget diese sal-bung/ als ein göttliches Wahrzeichen / daßsie ihre salbung und Verordnung zurAö-nigl. LUgWtät und Majestät von GOTThaben/Welcher sie threm Aönige zugesel-let/ daß eranihr seme freude und wonnehabe: Und der HErr unser GOTT salbesie auch mehr Und mehr mit seinem heili-gen Geiste / daß sie willig und munter se?GOTT zu ehren und zu dienen in ^ZEsuCHristo unserm HErrn/ Zlmen! Sofortwurden auf dem chor folgende worte mutieret:Amen/amen/glück zu derRönigin! glückzu der Aönigitt! glück zu der Königin!GOTT verleihe ihr langes leben. Dar-auf ließen sich die trompeten und paucken wie-derum hören/und.wurdc Ihrer Königl. Majest.das salb-öl von der stimm und Heyden händmdurch Ihre Hochfürstl. Durchl. die Hertzogmvon Holstein abgewischet / welche sodann dastüchlein dem Lvusccrston überreichete. Hier-nechst lieferte der donlecraror das gefäß mitdem falb-ol dem Ober-Kammer-Herru wieder/von welchem er es zuvor empfangen hatte: Ih-re Majest. die Konigin aber erHuben sich untertrompeten mnd paucken > schall wieder auf derothron/ woraufsich der O.n-e. rscor und Alimen-te abermahls vor den altar stelleten/und giengenbeyde/ als die trompeten und paucken inne hiel-ten/ in begleitung der andern Prediger vor Se.Maj. den König/ blieben daftlbststehen/bücktensich aufs tieffste/und beteten/nach art der schufstzu reden/ dieselben an. Nachmahls sprach der

Ooniecraror: Glück ZU bem Könige ? R. l v L>k(.! e 0, Aönige m Preußen! klttd es sagederHErr/derGOTT unsers Aönigs/auchalso! Wieder HErr blßher mit ihm ge-wesen ist/so se? er auch ferner mit ihm/ daßsein Aoniglicher stuhl immer grösser undgrösser werde Amen! Bald darauf murr-te der chor wieder: Amen/ Amen/ glück zudem Aönige! glück zu dem Aönige! glückzu dem Aönige! GOTT verleihe ihmlanges leben! Als nun alles stille war / tratendie sammtlichen Prediger vor Ihre Majest. dieKönigin/und sagte der<2<,nl^rZtnr mit lauterstimme: Glück zu der Aönigin SophienNnn z Lhar-