Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
468
beyden selten stunden 1) zwey Herolde; 2) dieKönigl. laqvayen und pagen; z) ein pauckerund 12 trompeter; 4) der Hoff- Marschallund Ober - Schencke mit Marschall - stäben;5) die doüeßia, als die Kriegs-und Hosf-can-tzelley/das Hoff-hals-gericht/das Lnnliliori-um.die veputirten von der Universität/dasHoff-geeicht und dasi'ribunZl z s^ die ve^u-ürten der sammtlichen Stande; 7^) wiederzwey Herolde; 8) ein paucker und 12 trompeter;9) die Schweitzer - Officirer; 10) die zweyOber - Marschälle mit ihren stäben; ü) derCantzlar mit dem Neichs-siegel; 12) der Land-Hoffmeistcr mit dem Neichs-apsel; iz) derOber-Burggraffmit dem Schwerdte/ welcheReichs-insignien allesammt auff janimeten küs-sen getragen wurden; 14) Sc. Königs. Hoheitde:Cron-Printz.in güldeneln stofgekleidet/nebstfeinem Ober>Hoffmeister/ is) seine Majest-dcrKönig unter einem rothjammeten mit gülde-nen frantzen behangenem Himmel/ welcher vonacht Kammer-und andern Herren getragenwurde/ und Se. Königl. Maj. mit einem roth-scharlachen gestickten rock und diamantnenknöpffen angethan / worüber der neun ellenlange Königl. roth-fammetne mantel hieng/mit Hermelin gefüttert/ und mit gestickten gül-denen cronen und kleinen adlern besetzet/ wo-von der Ober-Kammerherr den schweiff trug.Der mantel war mit einer agrstks von dreykostbaren diamanten zusammen gehencket/dieCrone aber mit diamanten von unschätzbaremwerth/ und der güldene Zepter mit rubinen undandern edelgesteinen besitzet; 16) zwey
corps; 17) der Graff von Dohna vonReichswalde mit dem Reichs-panier; 18) derHertzog von Holstein / Gouverneur in Preus-stn; 19) ihre Majest. die Königin unter ebendergleichen Himmel/ mit ihren Hoheiten denbeyden Marggraffen. Sie hatte ein kleidvon güldncm ponceau-stoff/ und war die brüstreich mit juwelen und ungemein großen perlenbehangen. Den schweiff des mantels/derwie Sr. Majestät des Königs gemacht war/trug die Hertzogin von Holstein/ der Herzo-gin rock-schweiff aber ein Cavallier; 2v) diePrinceßin/ gesthret von der Königin kammer-juncker/ dem von Grumkau; 21) zwey ^r-clesciu corxz, und 22) dasKöniglichefrauenzim-mer.
Als beyde Königl. Majestäten in die schloß-kirche traten/ wurden sie daselbst von dem er-sten Königlichen Ober-Hoff-prediger Benja-min Ursino/als eonlecrLtore oder erstem Bi-schoff/ wie auch von dem Königl. PreußischenOber-Hoff-prediger/Bernhardvon Sauden/als sükllirendem Bisiboffe/ siimt sechs andernPredigern allerunterthanigst empfangen/ undredete beydeKöniglichenMajestäten vorgedach-tcr (^onlecrZr^ir als) an : Es geben hereindie Gesegnete des Herrn/ unserAönig undAömgm/ in der krasst unsers GOTTes/undthreingangund ausgangsip gesegnetfür den: Herrn von nun an biß inEwigkeit/durch IE sinn Christum unfern Herrn/Amen!
Hierauff wurde so fort auff der orgel pr«-smbullret/ und gieng der dcmsici-awr und des-sen äMenre nebst den andern sie begleitenden
Predigern zum altar/ woselbst der eonsscrarorund dessen ^sllttenre vor den altar / auff iedeseite desselben aber drey von den andern Pre-digern sich stelleten. Beyde Königliche Ma-jestäten giengen unter dem orgeln mit dero Kö-nigl. gefolge fort/ und setzten sich auff ihrenthron / woranff von dem chor muliciret/ undnachgehends von der gantzen gemeine gesungenwurde: Es wol! uns GOTT genädig sexnzc. Unter dem letzten verße gieng derlecrstor von dem altar in diesacristey: Nachgantzlicher Vollendung des gesanges aber thatder Xsllllenre, nachdem er sich mit dem ange-sichts gegen die Königlichen Majestäten gewen-det hatte/nachfolgendes gebet:
Ewtger> allmächtiger/allweiser/ grosserGOTT/ der du bist unsere Zuflucht fürund für/ein GOTT aller Götter/ ein Rö-mg der Aonige / und Herr aller Herren/auch einVater derbarmheryigkeit inIE-fu Christo/ deinem einig geliebten Sohne.Wir erkennen demüthiglich/ daß es bep dwallein stehet/ jemand groß und starckzumachen/und es ist deine gnade und treue/wenn du deinem volcke Rönige zu Pfle-gern/und Königinnen und Fürstinnen zusäug-ammen giebest und schenckest: Alfsstellest du auch iyund hier vor unsere äu-gen mit allem Aönigiichen schmuck unferntheuerstenSouverain/deinen Fürsten unddiener/ Herrn Friedrichen/Ronig in preus-sen/ und deine Fürstin und dienerin/FrauenSophien Charlotten/ Rönigin inpreusisen/ welche in deinem Heiligthum Ihrekönigliche Hoheit und Rönigl. thronen/Cronen/Fepter/Reichs-Apfe!/ Schwerdt/Insigel/und panier dir/dem allerhöchstenGOTT/ hier herzinniglich darstellen/unddeiner ehre wiedmen/ gleichwie sie diesesalles von deiner Hand empfangen haben.Und weU du thnen sonderlich hast ins herygegeben/ daß sie igt diesalbung / die du/Herr / für die Könige deines volckcsIsraels ehemahls hast geordnet/öffent-lich annehmen wollen/ so heilige du selbst/0 GOTT/ du Heiliger in Israel/ diese hei-lige Handlung an dem leibe/und an der sie-len unsers Königs und Rönigin. Laß sieihnen werden ein gewisses Wahrzeichen/daß du sie wilst salben mtt dem öl der freu--den/deinem heiligen gut engeiste.. Geußselbst deine liebe dadurch in ihr hery / daßaufAnen stets ruhe der geist der weißheitund Verstandes / der geist des raths undder starcke / der geist der erkäntniß undder furcht des Herrn/ laß sie die krasse em-pfinden daraus in allen Römgltchen en-genden/ zu der ehre deines nahmens/ zumtrost deiner kirche / und zur freude undWohlfahrt Ihres Aönigl. Hauses/ und al-ler ihrer land und leute. Vergib unsauch allen unsere sünde um deines liebensohnes willen: Verleihe deinen sigen mttzu der predigt deines worts: Laß auch al-les vornehmen igt durchs wort und gebetrecht geheiliget werden/und heilige du/ oGOTT/ uns allesamt durch und durch/da-mit unser ganger geist/ siele und leib un-strasslich behalten werde auf die zukunsst
unsers
VV .
-'i?