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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Königreiche Böheim.

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dem Königreich Böhmen imme^-ne unter-worffen ist/ und darinnen die stadt Teschenmit dem Fürst!, schlösse/ und der berühmte paßJabeluncka gegen Ungarn in den gebürgenlieget.

2 vas Fürsienthum Ratibor/ welchesK. Ferdinand m König in Böhmen/dem Pol-nischen Könige Vladislao iv Ll. 164s vor1100OOO Rheinische gülden auff funffzig jährlang wiederkäufflich verpfändete/und haben esSe.itzige Kayserl. und resseöllve König!. Ma-jestät in Böhmen allererst A. 1665 vor zweyMillionen goldes wiederum eingelöset. Diehaupt-stadt ist Rattbor / allwo ein altes schloßzu befinden. ^

z Das Fürsienthum Troppau an denMährischen gräntzen / welches die Fürsten vonLichtensiein von dem Hause Oesterreich zulehn tragen/ darinnen die haupt-stadt Trop-pau.

4 VasFürsienthumIagerndorff/gleich-falls den Fürsten von Lichtensiein als einBöhmisches lehn zugehörig / ausser denen dreyherrschafften/ Oderberg/Veudten und Tar-nowiy/ welche die Grafen Henckel besitzen.Dieses Fürstenthum hatte MarggrafGeor-ge/derFromme/ zu Brandenburg-OnoltzbachA. 1524 von Ludwigen/Könige in Ungarn undBöhmen/g eschen cket bekommen/ weil er zeit sei-ner Minderjährigkeit die vormundschafft überseine person und Königreiche geführet hatte.Jedoch als der retigion wegen in folgendem le-culo der krieg in Böhmen und Teutschland an-gieng/ wurden die Marggrafen zu Branden-burg dieses Fürstenthums entsetzet / unter demvorwand/ daß Marggraf Johann Georg/welcher dasselbe dazumahl besaß/ dem unzeiti-genKönig in Böhmen/ Friedrichen v, widerden Kayser/ als seinen Lehn-Herrn / beygestan-den; dahero die Fürsten von Lichtenstein/ obge-dachter Massen / damit beliehen worden: wie-wohl dennoch Chur-Brandenburg/ als Jo-hann Adam/Fürst von Lichtenstein/den 6 See.A.i684die lehn an dem Kayserl. Hofe persönlichempfieng/darwider proreN-rte/und dannenherotitulund wapenbehielte/ biß die jache endlichzum gütlichen vergleich gediehe/ krafft dessenChur-Brandenburg den an dem FürstenthumCroßen gelegenen Schwibusischen Kreyß inNieder-Schlesien A. 1686 als ein Tqmvslencangenommen/und sich des tituls von Jägern-dorff enthalten hat; welcher SchwibusischeKreyß aber A. 1694 von Kayserl. Mas. wieder-um zurück erhandelt worden. Die Haupt-stadt hat gleichen nahmen ^mit dem Fürsten-thum/ und lieget an den Mahrischen und Böh-mischen gräntzen.

5 Das Fürsienthum Oppeln/ welches demKönig in Böhmen unmittelbar unterworffen/und dasgröste unter den Schlesischen Fürsten-thümern ist. Es lieget an den Polnischen grän-tzen/ und stehet mit dem Fürstenthum Rati-bor unter einerley regiemng/die Hauptstadt aberist Oppeln an der Oder gelegen.

6 Das FürsienthumGrotkau oderNejs-se an den Mährischen und Böhmischen grän-tzen/ welches den Bischöffen zu Breßlau zu-gehöret. Seine vornehmsten städte sindNeis-

se/ allwo ermeldete Bischöffe unterweilen zurelictiren pflegen/und Grotkau. 7Oer letztereFürst warIarislaus/ Bischoff zu Breßlau/weicheres aus haß gegen Fürst Henrichen denBärtigten etwa A. C. 1200 dem Stiffte auffewig mcorpor.ret; Grotkau aber hat Bi-schoff Brzetlslaus dem Stiffte zugebracht.

7 Das Fürstenrhum Münsterberg anden Böhmischen gräntzen. Seine letzte Hev-tzoge waren Henrich m und Carl 1.aus demHause podiebrad/ welche schulden wegen alleFürstl. kammer-güter den Land-Ständen Ver-kauffeten/ und diese umerwarffen sich A. ^>70sreywillig Kayftrs .1 als Königs

in Böhmen/bormaßigkeit/ worauss dasselbeunmittelbar unter der Cron Böhmen blß A>1654 gestanden / da Johann U)eickhard/Grass von Auersperg/ Obcr-Hoffmeisterdes Kayserl. Printzen t v, von Kay-

ser Ferdinanden Ul in den Fürsten-stand erho-ben wurde/ und das Kürstenthum Münster-berg zu lehn empfieng. Die besten städte sindMünsierberg und Franckensiein.

Uber dieses lieget auch in Ober-Schlesienneben dem Fürstenthum Teschen die freyeHerrschasst pleße/ welche Herrn GraffenBalthasar Erdmannen von Promnitz zugehö-ret/und von grosser ergiebigkcit ist.

Die Fürstenchümer in Nieder-Schlesiensind:

1 Das Fürstenthum Breßlau / worinnendas Aonigl. Ober amt/ oder Ober - Haupt-mannschastt im nahmen des Königes regieret.Hierzu gehörete vor alten zeiten die sürtrefflicheund wohlgebauete ftadt/und das Haupt des gan-tzen Schlesiens/ Breßlau/so aber hernach ausgewisse masse zur freyheit kommen. Solchehohe Fürst!. Ober-Hauptmanmchafft verwal-tete die stadt Breßlau lange zeit selbst/ biß sichder Rath A.wzs derselben begab / und dargegenvom Kayser Ferdinanden 11 die l-stibcstio,. desPragischen friedens erhielte. Vor verschiede-nen jähren aber bekleideten diese hohe ehren-stelle Ihre Lminerch Herr Friedrich / derRom. kirchen Cardmal und Landgraf zuHessen/ dero nach ihrem tödtlichen Hintritte A.1682 gefolget Ihr. Fürst. Gnad. Herr Jo-hann Caspar/ aus dem geschlechte vonAm-pringen/des heil.R. R. Fürst/ undtor des Hoch-Teutschnwisierthums/ welcherI. K. M. zugleich dero im lande liegende Com-menden Marlenthal und Freudenthal zumFürstenthum gemacht/ weil keiner/der nicht miteinem Fürstenthum/Graf-oder Herrschafft inSchlesien angesessen/darzu capchel ist/und wur-de diese neue begnadigung vor die Ursache derneuen titulatur gehalten / indem sie sich Heryogin Schlesien zu Freudenthal und Eulen-berg geschrieben haben. Nach dero tätli-chem hintritt hat luccecliret Ihre Hochfürstl»Durch!. Pfalygraf Frany Ludwig bepmRhein / Bischofs zu Breßlau/ welche am 5Dec. 1684 zu Wien die Pflicht abgeleget. De-ro residentz ist zu Breßlau / in welcher an derOder gelegenen berühmten grossen stadt derRathaus lauter Evangelischen Personen beste-het; wiewol die Römisch-Catholischen auch vielefteyheiten gemessen/ und sich deren immer mehrIii z und

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