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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
220
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2.2.0

Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

Preßbyte/

wißcns-freyheit/und dem Mangel einer heylja-men contormität / allerhand secten und spal-tungen.

Man hat fürnehmlich deren zwo vor was be-sonders ausgegeben/nemlich die prcßbxteria-

rianer' «ttdner/oder die jenigcn/sodas cjjre<Ic?r!um an-

In^p-näen. und ihre kirchen und Christliche

gemeinden durch pfarrer und priesteroder nltnr-manner/ dieses aber durch ge-wisse clajsen/die clafsen ferner von den lan-des Versammlungen/diese endlich von dendwion^I.Versammlungen regieren/ bestel-len und verwalten liessen; deren parthie je-derzeit die stärckste in Engelland gewesen: Unddenn die eigentlich so genannten Interventen/als welche dergleichen MreÄorium, cUlle,, ss-Nv(jo8 und National-Zttsammenkünffte ver-warffen / und hergegen von niemand sichrichten lassen/ auch niemand anders als derkirchen/welcher sie eingegliedert waren/rechenschasst geben wolten.

Mutten/ Sie sind aber in glaubens-artickuln meisten-dttsefttten theilseinstimnng blieben/indem sie allerseits dieeinig Uder Resormirte religion bekannten / und über diesesstimmig^ auch in ihren particusier-kirchen die Prediger undftyn. ältesten die aufsieht führen und lehren liejsen/undjede kircheauf beeden fiiten die psarr-lchn-ge-rechttgkeit behielte.

Und bestünde die meiste chlcrepartz in äußer-lichen ceremonien/ kirchen-ordnungen und ge-brauchen : mästen denn die Prcßbyterianer (i)ihren Gottesdienst in öffentlichen kirchen begieri-gen. (2) Keinen zum predig-amte ließen / erhatte denn die heil, schrifft studiret. (z) Keinenvom H. abendmahl ausschloßen/er lebete dennin öffentlichen groben sünden und lästern. Her-gegen cekbnrten die lnciepenclenten (I) ihrenGottesdienst an allen örtem / wo sie sich nurverstimmten wolten/ in ställen/ schcncken undgast-höfen / auch wol gar in verdachtigen Häu-sern. (2) Vcrgönneten diese einem jeden / erfty mann oder weib/gelehrt oder ungelehrt/ kin-dern und erwachsenen/ste möchten auchseyn wersie wolten / die lehre und predigt des H.Evange-lii; wann nur jemand die gäbe zu predigen hat-te/ und bey sich einen heimlichen trieb befände,(z) Ließen sie nur die jcnigen zum gebrauch desheil, abendmahls/ welche ausserlich einen heili-gen unsrraffbaren wandet sühretcn/ und die heil,schrifft gelesen hatten. Alldieweil nun dieserunterscheid sie eben im Haupt-wercke nicht voneinander trennete/ konten sie sich wider die Hie-rarchie desto eher verbinden/ zumahl beyde inabsehn ausdie Bischöffliche gewalt die inclepeo-«lentz zu verfechten eyferig waren.

ÄZiederausdie böstn elften/ soaustren-nung der Puritaner und der allzugrossen gewifisins-freyheit entstanden/zu kommen/ jo war sel-bige der milch / und sonderlich dem General?2irisx und General-Lieutenant Crsmwell sehrvorträglich zur auftichtung der pöbels-regie-rung; inderthat/ und nach des Königs mordaber/zur behauptung der höchsten gewalt undprvceüoi-ars. Als sich nun dieser desregi-ments versichert / befestigte er dasselbe durchfreylaßüng allerhand steten / und setzte sich da-durch bey dem pöbel in skkcÄion, trennete aberdie kraffte der Reiche / daß sie sich nicht wiedervereinigen können.

Man hat dafür gehalten / es wäre eines der K. Car,gefährlichsten enrreptt en gewesen/ daRo- ncht«^mg Carl il so bald nach seiner rcttiwüon die >vi^5Vischössliche gewalt wieder NabNiret/wekchesdoch bey seines Herrn vaters lebzeiten der steindes anstoßes gewestn. Wiewol nun zeitwäh-rcnden dessen Königl. regiments die Bischöffevon denen presb^terisnern und Puritanernhefftig genug gehass't worden / es auch nichtsunmögliches seyn können/ daß sich dieselben wi-der die lllerarck-e vereiniget und öffentlich auf-gelehnet: so hat doch die Königl. pruUeutz allenempörungen zeitig entgegen gebauet/ und die ge-meine Neichs-ruhe damit beibehalten.'

Die beschwerungen / welche die Preßbyte- Bekwrianer und Puritaner wider die ttierarcble füh-N^ren / bestehen fürnemlich darinnen: Daß dieBischöffe sich von den Pabftl. greueln und irr-thümcrn noch nicht genug abgesondert hätten /sondern durch oblerv-utz der äussrlichen coufor.mitatmit denen Catholischen/ gnugstun zu ver-stehen gaben/wie sehr sie deni Pabst anhiengen/und wie leichtste wieder zur Römischen kirchetreten möchten. Item: Es sey eine schände/daß die Bischöffe sich vor der Aposteln luccesso.res ausgaben / und wie diese über die siebenzigjünger Christi/also die k^lsten über die übrigenl>.-ttore5 herrschen wolten; es wäre unrecht/daßsieParlaments-herren undgeheimde Rathe desKönigs waren / so viel herrliche guter besaßen/weltlichen Sraat unterhielten/und hergegen diePrcßbyterianer öffters bey ihrer fielen-sorgeHunger und kummer leiden ließen; welches zu-mahl empfindlich. Bey dem Gouvernementseye der cyd/Lanonic-,l()^>, genannt/ oder dereyd der ciepenäentz der Clcrifiy von den Ertz-und Bischöffen/ein so unleidlich werck/als vielenanlaß es zu groben excelffn bey der geistlichengerichtbarkeit/mißbrauchs/des bannes/ geld-geitzes/i'monie und dergleichen jederzeit gegebenhatte. Sie beklagen/ daß wie die pfarr-amterund andere geistliche Veneria mcompankel mitden Bistthümern wären ; also zumahl die fic-lensorge gantz nachläßig uno öffters durch derBischöffe ungeschickte dem kMnMer-y schimpfli-che knechte verrichtet würde. Ann allermeisten^ectamiren die prcsb^tettaner oder dlon-Lonkdr-Millen wider die Englishe d.tturAie, und daßderen einsührung in Schottland durch alle dreyKönigreiche sothane blulftürtzungen verursachthätte.

Und sintemal sie das hauptsachlichste zur rs-llirmion des Königs beigetragen/ und ihn aufnthron erhaben/so führen sie desto mehr beschwer-de/daß er sie wider die Bischöffliche Verfolgun-gen nicht so nachdrücklich geschützet / als sie wolvermeynet mennrt zu haben. Wormnen sieauch b.ey dem volck starcken beyfall gefunden/sintemal ihre clvökrm und der gantze presdyrsria-r,i;mus sich zum populären Staat sehr wohlschicket/als dargegen der vom Könige unterstütz-te 8raw5 Lpit'copaliz der l^lonarclne conkorwerist. Unterdessen haben die Bischöffliche dieoberhand in Engelland/die pres^eri-ner hin-gegen in Schottland das meiste zu sprechen; da-hero sich unlängst bey der jetzt-regierenden Kö-nigin die Bischöffliche über jene hart beklageten/daß sie unter derregierungdes vorigen Königs

sehr

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