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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
218
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt - Handlung

Nationen der glorwürdigste König Wilhelmgeknüpffet/unverbrüchlich erhalten wird/ nichtleichtlich zu besorgen; da würde es aber mit En-gelland gantz aus seyn/so viel dieNordischen und

putschen Handlungen belangt / wann Franck-

reich und Spanien die vereinigten Niederlan-de unter das vorige ioch zwingen solten.

Dargegen hat Engelland inn-und außer-halb Europa die erweiterung seiner colonienund loxien zu suchen / und deßhalber mit denenTürcken undsee-raubern LnAfricazu sicherungder flotte und gewerbe im mittel-meere / so wohlauch mit denen Asiatischen Potentzen/ und demCzaar in Moscau söecurÄr«»o6 und commer-cien-tractate zu schliessen.

Diereligion Diereligion anreichend/so istoben anzeigem Äigel» geschehen/wie K. Henrich Vitt den ansang zurH'td. reforwsrion gemacht/ und sich selbst .zum Ober-haupt der kirchen in Engelland erklaret / auchden nahmen vekenloriz liäe» auf die Reformirtereligion ziemlich appüciret. In seinen KMKenwar es capital/wer dem Pabst einige gewalt inEnglischen Archen - sachen'zuschreiben wollen.Sein söhn und Nachfolger K. Eduard Vl, derEnglische losließ die Reformirte religionöffentlich einführen / und wurde die kirchen-ober-aufsicht dem Ertz-Bifchoff von Canterbu-ry aufgetragen/der LUsc mit einwilligung derdrey Stande dißfalls anders verfasset/ von demschweren joch des Römischen stuhls befreyet/unddiese Veränderung im übrigen sthr klüglich ein-gerichtet bey einer allgemeinen kirchen-v^ran-on, nach dem exempcl der Protestirenden Chur-sütsten undFürsten in Teutfchlande/als mit wel-chen er auch in eine enge alliantz trat. Manschaffte die mißbräuche ab/und ließ die ordnun-gen der alten Catholischen Arche/und die wahrereligion der ersten Christen unverändert. Auswas urftchen aber / und wie die absondcrungvon dem Römischen stuhl geschehen/ meldet garwohl 8arjZU5 Venems in der Moria i2oncij>il'riüenr lib. I. Jedoch hat die Katio inEngelland mehr bey der -eformation gel hau /als die conviÄion im gewissen. Dahero selbi-ge auch nur halbicht geschehen; undso offt einKönig unbeständig/oder die Regenten eineroder der anderen religion gäntzlich zugethan/oder nur derselben nicht abhold gewesen/allemalgewancket hat/ indem bald Vie Catholische/ balddie Rcforminen mehr gegolten.

Bischöffliche Wie mm das Bischöffliche Gouvernementrvgieruns. in Übung gewesen/ ehe die Britamische Archedem Römischen Bischoff unterwürfig worden:Also bliebe dieser Archen - Staat, auch in undnach der retormation. Denn es lasset sich ausaltM caraloZi; kzz'.lcoporum , UNd sonderlichaus denen aufm (!c?ncijio zu Arles A. Z74 er-gangenen Acten erweißlich machen / daß dreyErtz-Bistchöffe aus Britannien/ nemlich der vonLondon/der vonPork/und der von Carleon/demOnciNo beygewohnet haben. Und konte mandannenhero diese geistliche Verfassung nach derreformarion destoehendcr beybehatren.

So bald König Eduards VI schweste: Ma-ria nach seinem tode zur regierungkomnrn/ ließsie die messen und andere Römische Alchen-ge-brauche / wie auch die Päbstliche auvritat öf-fentlich wiedereinführen/ plagtedüEvangeli-schen hart mit blutigen Processen / md suchte die

Vereinigung der Englischen Archen mit demstuhl zu Rom sehr eyferig / ungeachtet sie beymansang ihres Königlichen regiments/ um ihreparthie gegen die neue Königin ftanne (Zrsy zugewinnen/ denenHertzogenvon ^»rckolkundSuRNK theur versprochen/jeden bey seinem glau-ben zu lassen : Welches sie auch dem Parla-ment A.issz bey der ersten iellwn mit sonderba-ren guten expreMonen versicherte. Sechs tagehernach veränderte sie den und gebrauchtesich der gelegenheit eines aufstandes in Londondarzu/ daß hernach mehr mit blut und feur alsdinten geschrieben worden. Als sie aber todesverfahren/ hat ihre schwester und Nachfolgerin/Rönigin Elisabeth/ durch einen Parlaments-schluß die Reformirte religion wieder eingesüh-ret/ und wurden die Geistlichen eydlich ange«halten / sie vor die höchste Obrigkeit und dasHaupt auch in geistlichen und kirchen-sachenzu erkennen. Aus 9400 geistlichen bedientenschwuren aber nicht mehr/als 189 Personen/dar--unter waren 14 Bisthöffe. Denn die meistenwaren unruhige köpfst und wolten nicht p^ren.

Daher entsprungen bald zwo , nemlichdie Papisten und pul 7 ^ Lk, welche letz-tere die Bischöffliche regierung und ceremomen/die noch etwas vom Pabstthum hatten/haffeten/und den Gottesdienst bloß aufdie Genfer-Ma-nier eingerichtet wissen wolten.

Diese Puritaner beklagten sich darüber ammeisten/ daß die Englischen kirchen- rechte noch.?"^«in vielen stücken so gar Pabstisch wären/ denn es fmBiM.bliebmdieceremonien/ämttr und ordnung der 'Clerisey/wie bey K.Eduards zeiten; welches de-nen Puritanischen unanständig war/ indem sieverlangten/ man solle eine durchgängige refor-mation treffen/und die Bischöffliche gerichtbar-keit und emines tz so wohl / als die nach demPabstthum schmeckende mißbräuche abschaf-fen. Sie machten sich aber beedes bey Hofe/als auch bey den Ertz-uud Bischössm hierdurch

sehr verhaßt/und veranlassten mithin/ daß terftnuliche hofund die übrige clerisey / zu ihrer

Unterdrückung/aufeinen S/ncrerizwury mit derPäpstlichen Arche zu gedeucken alssengen.Denn die Bisthöffe wolten ja lieber eine messelesen / und bey selten Pfründen und vieler ehre

selbst wiederum in zwey Mwncs, nemlich in dieBtschöWchc und Puritaner. Die Papi-sten hergegen blieben bey dem prjncifto, derPabst wäre der kirchen Haupt/ und hätte machtKönige ab-und einzusetzen; ja die unterthanenthäten wohl/wann sie einem in bann desPabstSverfallenen Könige den gehorsam verftgten/undwas noch mehr/ selbst den König ermordeten.Gestalt denn diese 5z6bon der Königin Elisa-beth/weil sie ins Pabstes bann war/ osst nachder Cron und leben getrachtet/heimliche schulenund compjolte unterhalten/ und sich öffters mitandern unruhigen buben zustimmen rottiret.

Das hencker -schwerdt und beil fraß zwarbald diesen/bald jenen/ jaes muste endlich dieKöniginMaria inSchottland ihrer incr/Zuenund vieler mordthaten halber selbst das Haupt

hergeben. Röntg Jacoben 1 war deßhalber/ AA'e?

daß er nach entdeckter der so ge-^uäwn^

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