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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
schwerdter mit spitzen und die güldene sporen/welche nachgehends aufeinen tisch geleget wur-den ; worauf der Dechant nebst den Dom-Herren zu Westmünster beyden Majestäten dieRegalien/ nemlichdie Cronen/ Reichs-apffel/sporne/ u. d .g .überreichten.' Als diests gesche-hen / wurde die überaus prächtige Proceßionvon dem grossen saal nach der abtey-kirche voll-zogen/und trugen beyde Vtajestäten währenderzeit ihre Cronen in den Händen. In der kirchewurde das volck öffentlich gefraget: Ob sel-biges dem König und derKönigin die Huld/psilcht und treu willigkich leisten wölke?welches mit einhelligem zuruff bewilliget wurde.Dergleichen auch auf ebenmäßiges befragenvon dem Adel geschähe. Nach der predigt/
welche v.Lurner, Bisthoffvon Sslisbur/, ab-legte/wurde der König durch den Bischoff vonLonden gesraget: Ober bereit wäre denepdabzulegen / wie ihn das parlamentange-ordnet? Als nun S. Majestät solches bejahet/fragte er ferner: Ob er gelobe und schwöre/das volck von Engelland und alle darun-ter gehörige Herrschaften nach den sta-tuten und satzungendes Parlaments/ undnach den geseyen des Königreichs zu regie-ren? Worauf der König antwortete: 'Ichgelobe lblenmrer , solches zu thun. Sodann fuhr der Bischoff fort zu fragen: Ob ersein bestes thun wolre / die geseye in vollenschwang und Übung zu bringen/ und allent-halben recht und gerechtigkeit zu handha-ben? Welches der König also beantwortete:Ia/ich will. Endlich fragte der Bijchoff:Db er sein äußerstes und bestes vennögcndran strecken wolte/ das geseg GOTTes/die bekäntniß der Evangelisch - und pro-testirenden religion / die Geistlichkeit desKönigreichs/ und die ihm anvertraute kir-che in allen denen privilegien/wie es die ge-seye des Königreichs mit sich bringen / zuerhalten? Da dann der König abermahlsantwortete: Alles dieses gelobe ich zu thun.Und so fort legte er die Hand mit folgenden Wor-ten auf das Evangelium: was ich deßwe-gen gelobet habe / dem will ich nachkom-men/so wahr mir GOTT helffe! Als erhierauf/nachdem man ihm zuvor das Königli-chekleid ausgezogen hatte / zwischen den altarund S.Eduards stuhl gebracht worden/salbete'ihn der Ertz-Bischoffvon Cantelberg/ oder viel-mehr der jenige/der ihn diesesmahlvorstellete/ indie fläche seiner beyden Hände / nachmahls aberauf die brust/beyde schultern/gelencke beyder ar-me/und auf den wirbel des Hauptes / woraufihm der Dechant von Westmünster das so ge-nannte Olobium 8in6oni5) oder den chor-rockvon köstlicher leinwand / anlegte. Nach sol-chem nahm gedachter Dechant'die Pantoffelnvon dem altar/und zog dem König den ober-rockvon güldenem stücke an / überreichte auch zu-gleich dem Groß-Kämmerer die güldenen spor-ne/ die derselbe dem König angürtete. Fol-gends überlieferte der Ertz-Bischoffund die an-dern Bischöffe dem König das schwerdt mit die-sen Worten: Hccips ß'aMum per manusLpilco.porum: Empfange das schwerdt von derBischöffe Händen. So dann nahm der De-chant die amarilie oder form einer binde / welche
über die schultern herab hieng/und band diesel-be um des Königs hals und um die gelencke derarme. Weiter legete er ihm den manre! vongüldenem stücke/mit rothem taffet gefüttert/ aufdie schulter/woraufder Ertz-Bischoffdie CroneS.Eduards nahm/ selbige segnete/ und sie erst-lich auf des Königs / hernach auf der KöniginHaupt setzete. Nachdem nun das volck zu ver-schiedenen mahlen geruffen hatte: GOTTbewahre den König und die König!»! auchdie stücke aufdem lourgclöset worden/und derErtz-Bischoffgebetet hatte/satzten die Hertzoge/Marquistn / Grafen und Vice-Grafen ihreCorner-mützen/ die Baronen ihre bonneten/ unddieProvincial-Waffen-Könige ihre Cronenauf. Da mitlerzeit der Ertz-Bischoff den Kö-nig segnete/ und ihm den ringandenvierdtenfinger der rechten Hand steckte. Ferner em-pfieng der König von dem Groß -Kämmererdie leinenen Handschuh / wormit er zum altargieng/und das schwerdt abgürtete/welches vondem Groß - Kämmerer der Haushaltung ange-nommen/aus der scheide gezogen/ und nachmals
von ihm also entblößet getragen wurde. In-
dem nahm der Ertz-Bischoffden zepter mit demcreutz vom altar und übergab selbigen dem Kö-nig in seine rechte Hand/ nachmahls aber auchden zepter mit der taube / und hielte derselbebeyde zepter kniend in den Händen / da ihn derErtz-Bischoff immittelst segnete. Nach die-sem stunde der König auf/und setzte sich wiederaufS. Eduards stuhl/ worauf der Ertz - Bi-schoff und die andern Bischöffe nach einandervor ihm niederknieten/ihm die Bibel präftntir-ten/ und von ihm geküsset wurden. Dazumalwurde des Königs Staats-sessel/ aufwelchemer gesalbet worden/ auf die oberste stuffe der er-habenen bühne gesetzet / wohin sich der Könignachgehends verfügte. So dann ließen dieErtz-Bischöffe/ Bischöffe und hohen Officirervier bloße schwerdter vor ihm hertragen / undsprach der Ertz-Bischoff / unter währendemknien des Königs/ ein gebet. Nach diesemstunde der König auf/setzte sich aber / als dasle Oeum Isu6amu8 gesungen wurde/ wieder infeinen stuhl/ biß er nach endigung des lobgesan-ges aufden in der mitte der bühne aufgerichte-ten thron trat/ da denn die hohen Officirer mitden schwerdtern an der einen seite/ die Bischöffeaber aufder andern seite stunden/ und sagte derErtz-Bischoff zum Könige : Behaltet mmforthin diesen ort/ dazu ihr numehro dasrecht überkommen habt. Folgends fiel derErtz-Bischoff vor Sr. König!. Maj. auf dieknie/gelobte deroselben die treue an/und küßetedes Königs wangen. So dann legten auchbeyden auf dem throne sitzenden Majestäten(inmassen denn die Königin mit gleichmäßigenceremonien gekrönet worden war/) die übrigenBischöffe/Ritter des Hosen - bandes/ Hertzoge/Marquiftn/Grafen/ Vice-Grafen/ Baronenund Edelleute die Huldigung ab/ woraus alle die-se vornehme Personen nach einander aufdenthron stiegen/ und die Crone anrühreten / auchbeyde König!. Majestäten auf die lincke wangeküßeten. Mitlerweile warffder KöniglicheSchatzmeister silberne me6a,Nen unter dasvolck/welche aufder einen leite des Königs undder Königin bildniß nebst ihren nahmen eMel-
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