vl
''
^ vo n dem Königreiche Frankreich. 77
v H? erneuerte den zh-umonat indem jähr 164z die gcr/cnrwaffnungder bürgerschafftcn/gewaltsa-
vfftgedachte erkantmß von Nantes Ludwig mer abhaltung von der öffentlichen Übung ihres
. der xi v durch seme stau mutter/ als Negentin Gottesdienstes/ Verleitung grosser Herren und
^7-/^^ des Reichs / damit niemand sich unterstün- fürnehmer Königlicher civil - und mMtar-bedien-
^ de/ die Reformirten in ihrer ruhe zu verstö- ten: sonderlich aber auch mit der so genannten 6e-
rem ^ . ckratioli,welche ausdem L7N0äo;uParisA.i666
'ÄK
""'
- "As«
M»
^ KH
terwolten nicht leiden/ daß der Cardinal Ma- Niederländische krieg der Reformirten kirchen
zarin/als ein fremder/ alle gemalt hatte/ neben einige verschonung und ruhe mitgebracht/weil
. den übrigen klagen/die sie geführet: Daraus es nicht rathsam war/ sich in dem lande eini-
der so genannte prinyische krieg erwachsen/ ge IOOOOO menschen zu feinden zu machen/ ehe
> „ ' w welchem die Reformirten dem König eine man die auswärtigen kriege geendiget. Nach
- bestandige treue erwiesen / deren sie nicht nur dem Niemägischen frieden aber hat sich mehr
><- von Catholischen geschichtschreibern/ sondern geäußert/ daß man im Königreiche nur einen
^ / "--^5 auch von dem Konig sechsten herrliche zeugnisse glauben leiden wolte;
7^ bekommen; angesehen seine Majestät in einer Jnmassen der König versichert : Er wolle
M König erkäntniß A.i6s2 den 2iMay meldet : Es haben den rechten arm drum geben/ daß seine un»
den Refor- ihme seine Uttterthanen/ der vermeinten terthanen allesamt nur einerley religion
Äeit? Reformirten religion zugethan/ gewisse waren. Und als A. 1682 nach gehaltener geist-
heMigt. beweißthume ihrer liebe und treue/sonder- lich en verfammlungzu Paris der Ertz-Bischoff
lich bep gegenwartigen anlassen gegeben/ daselbst im nahmen der Geistligkeit des Königs
mit denen er sehr wohl zu frieden seye/ und eyfer in bekehrung der Hugonotten rühmete/
deßwegen alle gebotund erkantniße bestä- und zugleich um weitere sortsttzung dieses guten
. .. tige/ die iemals ihnen zum besten ausge- wercks bäte/ haben Se. Maj. geantwortet:
gangen / ungeachtet aller widriger ge. Sie wolten nicht nur einen arm/ sondern
böte und erkantnisse. Da auch Jhro Chur- auch gern das leben dran fegen,
sürstl. Durchl. zu Brandenburg an Jhro Ma- Diesen vorsah hat die Geistligkeit durch un-
jest. schrieb für die Reformirten/ daß sie bey ih- nachläßige Inletten auffgemuntert/ das werck
ren freyheiten und rechten möchten erhalten leichte und als lsalb elkeüuiret vorgestellet/ und
werden / antwortete der König den 6 herbstm. durch den Königlichen beicht-vater/ Pere la
1666 höchstgedachtem Churfürsten mit folgen- Chaise/ Jesuiter Ordens/ und Francois Har-
den Worten : Ich bin darzu ( sie zu schützen) lay/ Ertz-Bischoffen zu Paris/ immerzu daran
verbunden/ durch mein königliches wort arbeiten lassen / wie man denen Reformirten/
und erkäntniß ihrer treu / die sie mir in den alten und jungen/das leben durch alle ersinnli-
leyten auffrühren erwiesen/ da sie die che mittel und Hindernisse im eingange/fort-und
waffen zu meinem dienste ergriffen / und ausgange schwer machen/die gewissen aufaller-
sich mit gewalt und erwünschtem ausgang Hand manier beängstigen und zwingen / den öf-
widerseget den bösen anschlagen/die ein fentlichen Gottesdienst zerstören und verhin-
< anssrührischer Haufe wider mein ansehn dern/im gegentheil die abfälligen durch gnade
7,^ und Reich gemachet :c. und belohnungen erfreuen / und dieses so lange
71'^ Wie diese Nichts desto weniger fienge man in den antreiben möchte/ biß sich die gewünschte gele-
' keiiglons- Provintzien an/ die Reformirten in ihren kir- genheit ereignen würde/ die Nantischen artickel
nach und chen zu turbiren. Bald nach der krönung des gar aufzuheben. Gestalt denn von dergleichen
UMend- Königs erschienen vor Jhro Maj. 20 Ertz-und tyrannischem und fast unmenschlichem zwange
... freyheiten der Reformirten sprachen. A. Das Königl.L6iÄ, welches deßhalber ausgan-
/-jK ' ^,-<1 ...p . —.
schütz der Römischen
die freyheiten der R. . . .
-- < I.^ 656 wurde durch ein Komgl. Läiäii erkannt/ gen/lautet wie folget:
hie Nantischen artickel weiter nicht gel- LUDWIG von GOTTes gnaden
' , ten solten/ als so fern die neuere Verordnungen Rönig in Franckreich und Navarren.
ihnen nicht äeroZirten. A. 1657 verbot man Fügen hiermit jedermanniglich zu
den Reformirten Predigern sich nicht mehr wissen.
, Sores zu nennen/ und befähle alle kirchen/so die Nachdeme Konig Henricus der Grosse /UN-Königliches
von der religion in den stadten hätten/wo ein ser groß-herr-vater/glorwürdtgsten andenckens/M„^
Bischoff wohnete/ abzubrechen/ und unter vor- zu verhindern bedacht gewesen / daß der friede/ ten.
/ hex erlangter neuen eoncellioa andere zu bau- welchen er nach so grossen schaden/ so er durch
>' ' en Was vor grausamheiten :n diesen jähren d:e langwierigkeit der innerlichen bürgerlichen
'
her/ hin und wieder gegen die Reformirten ver- und auswärtigen fremden kriege erlitten/seinen
. -1? übetworden/ davon sind grosse beschreibungen unterthanen erworben/durch veranlassung der
'' vorhanden.So lange als die Königliche stau von der vermeinten reformirten religion nicht
"' mutter und der Cardinal Mazarin gelebet/ hat verunruhiget werden möchte/ wie sich unter der
tnan ihnen noch viel gnade und huldewieder- regierung der Konige/ feiner vorfahren/ bege-
fahren lassen ; nach deren tödtlichem hintritt den hatte/ hat er durch sein un monat April 1598
. 7Nl ^7 aber hat die Römische Geistligkeit die oberhand zu Nantes publicirtes Edict eine Verordnung
- . über sie bekommen/ und ihnen seit der zeit mit aufgerichtet/welche man gegen die von gedach-
mederreißung der kirchen/verjagung der predi^ ter religion zu beobachten hatte/nemlich an wel-
^ ^ ^^ ^ K z chen
^ .>'1? Fl! " -