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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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20 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

K- Ludwigs hinrichten. Die Königliche stau mutter rete-keit Mit der sich vom Hofe/ und machte ihrem Herrn soh-stau mutter. ne langwierigen und vielen Verdruß. Und diewarheit zu bekennen/so hatte diest Regentin mitihrem Favoriten / unter wahrender vormund-schafft/so übel haußgehalten/daß/ da der verstor-bene König zuletzt jahrlich zwey Millionen inden schätz legere/und dannenhero vierzehn Mil-lionen an baarschafft verließ/ nach der zeit diekammer von allen Mitteln war entblößet wor-den. Nach dem A. 1621 erfolgten tode desConnestable/Hertzogs Charles de Luynes/ Kö-nig!. KNmNrilllmi, kam Armanäus von Plesssund Richelieu/Nachmühls Cardinal/ zu dieserCarditlal dohen charge / welcher den königlichenRichelieu thron durch Unterdrückung der Hugonot-^ten / als bey denen die Malcontenten allezeithülffe und subiillen? gesunden / zu befestigenbegunre. Der König fienge aus angeben die-ses klmittrilUmi die reforinatton M stinen l)c»-mainen/ nemlich der Provintz Bearn / an/ undnähme denen von der religion viel stadte weg/unter dem vorwand/daß sich dasEdict vonNan-tes nicht auch zugleich aufdie zu dem KönigreichNavarra gehörige landschafften erstrecket.Das gröste werck in diesen religions-Kriegenwar / daß er die unüberwindliche vestung Ro-chelle 1628 aushungerte/ und eroberte / auch de-nen Hugonotten dadurch alle macht und gele-genheit/ sich ferner gegen die Königliche gewaltaufzulehnen/ aufeinmahl abschnitte. Hieraufmusten die stadte Montauban / Ninres undMontpellier ihre vestungs-wercke niederreissen;dergestalt/daß die Hugonotten keine retirademehr zuhaben schienen/wiewohl ihnen dennochA.i629zuNimes dasEdict von Nantes aufsneue bestätiget wurde. Der Hertzog von Ro-han wolte zwar nicht so bald sich dem KönigeWbmittiren/ließ es aber doch endlich zum accordBeruhiget kommen/und ftyte also der Cardinal dasr ?h mn!r? Königreich in solchen Staat/daß innerlichiich? ^ weiter nichts zu befürchten war.

Daher er mit desto grösserer appiication aufWickelt hje auswärtigen aitairez sich wenden konte.in die.Man.' Wie er denn noch dieses jahrs den König in dietuanische jfsantuanische succellivnz - fache zur prote-M ' 6kion Heryog Carls von Jevers einwickelte/und dessen Waffen jenstit der Alpen führet.Spanien wolte itztberührtn Hertzog von dererbnachfolge ausschließen/und belagert Ca-sal/ der Hoffnung/ wann dieser platz in ihrenHänden/ und der Hertzog ruiniret wäre / sie als-denn über gantz Italien triumphiren könten.Die Frantzosen aber hatten das glück/die Spa-nier aus denen Trencheen zuschlagen/ und dievestung zu ciefencliren. Sie demüthigten auchden Hertzog von Savopen / welcher Spanienanhienge; dessen trouppen wurden bey 8.broise geschlagen/und das land eingenommen.Die sache wurde endlich durch güt beygelegt/und der Heryog von Jevers vermittelst destractats zu Chierasto in dein HeryogthumMantua undMontferrat/aufMasse/ wie an-derswogemeldet worden /bestätiget. Frank-reich hergegen bekam denschlüßel zu Italien/nemlich die vestung pignero! von Savopen/Miirt sich bey solcher gelegenheit. Als A .I6ZI der grossemit Schwe -Lonc^uerant , I^ötttg Gustav Adolph Mde" MM. Schweden / denen protestirenden Fürsten, in

Teutschland wider das Ertz-Hauß Oesterreichzu hülffe kam/ machte Franckreich allianymit ihme/ welche die würckung zum wenigstengehabt/daß/Nachrechnung des Herrn Cerisiers/sOOOO kirchen dadurch sind erhalten worden.

Als aber der König wie der blitz durch Teutsch-land brach/und sehr formidable wurde/ändertFranckreich seine mesures in etwas / und nahmChur-Trierin protection, Hertzog Carln abervon Lotharingen vertrieb er A.i6zz aus seinemlande/weil derselbe die Oesterreichische partheyhielte ; unterdessen hatte die Königliche fraumutter / des Königs bruder / und der Duc deMontmorency einen aüfruhr erreget/und gien-gen dieconlUcs dahin / den König ins kloster zustossen/ den Duc d'Orleans zu krönen/ und denCardinal zu rmmren : Welches aber durchdessen grundfeste tapffererathschläge geändert/und der Königliche thron vielmehr befestiget/Montmorency hingegen und viel andere vomleben zum tode gebracht wurden. Die fraumutter kam auch in hafft / und endlich ins elend/darinnen sie zu Cölln A. 1642 gestorben. AlsA. i6z4nach erhaltner Nördlmger schlacht/und jahrs hernach erfolgtem prager-friedendie Oesterreichische macht denen Schwedenpr?ev2lirt und sormidabler wurde / suchte derKönig sie aufs neue zu bzlanciren : Brach deß-halbcr mit Spanten / und ließ die armeeninCeutschland/Italien/NiedeziandenundRoußillon ihr heil versuchen. Ob nun wol Arantzöifchedie Frantzosen dann und wann/als vor^öven/St.Omer/ Fontarabie/ Viedenhofen/ undanderswo mehr/ geklopffet wurden / erobertensie doch/und nahmen in schütz Roußillon / Cer-dagne/in Caralonien Barcellona/ein theilvon Flandern/ von Artois / von Hennegau/Luxenburg/ein thett dexGrafschaffr Hoch-burgund / die Heryogthümer Lotharin-gen/und Bar/Mey/ Sedan/ Sundgau/

Brisach / Perpignan/ das FürstenthumMonaco /viel Oerter in piemont /u. s m. Diegröste avantage/welches Franckreich von demktiniüeno dieses unvergleichlichen Cardinalsgezogen/ ist /daß er den Grund geleget/wor- Der Card»,auss die dem ganyen LuropX 5ormi6Äbleg?u»dzur^inacht und prTernirieny der Frangöischen ltzigen M«sMonarchie erbauet worden. Er traff""^'Franckreich kleiner an / als es selbst ist/und daes mit sich selbst zu felde lag. Indem er aberdenen Hugonotten bey zoo Schlößer und fe-stungen weggenommen/ und die unruhigenPrintzen zum gehorstm/die grossen zur demuth/und die sämtliche fremde und national-unter-thanen zur treue gebracht; hat er Franckreichmit sich selbst wieder vereiniget / und dessengräntzen weiter erstrecket/ als des alten Gallienlimites gegangen. Was seine conlilia dergantzen welt vor bewegung/ wohl und wehe ge-geben/ ist hierzu weitläufftig nur zu berühren.Was ungemeines isi es/ daß er feine Hoheit Desse» umund grosse autoritat wider das Königliche giMMg-haußv wider so viel grosse und mächtige Prin-k^t.tzen/in denen grösten Verfolgungen seiner Per-son/ biß an sein Ende unverrückt erhalten/undhatte ihm Franckreich sonderlich zu dancken/daß es nunmehro drey importZnte Haupt-schlüssel besaß/ nemlich zu Spani-en/Pignerol zu Italien/ und Brisach zu

Teutsch-