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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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12 DesEuropäischen He rolds zweyte Haupt-Ha ndlung

mägdlein Iohanna d' Are/ aus der Loeha- gung einer Welschen suppe fürchtete / hungerteringischen granye gebürtig/auff/ und gieng er sich A.1461 zu todte. Im übrigen ist hierbeyvor den König / mit vorgeben/ sie wäre vom noch zu gedencken/daß/als das damalige eonci-Himmel gesandt/ Orleans und das Reich zu be- lmm zu Basel beschlossen/es solle der Pabst nichtschützen. Die ?oli6ci trieben anfangs ihren macht haben die geistlichen stellen bloß alleinspott damit; die aber/ so an die exempel der nach /einem gefallen zu ersetzen / viel wenigerJudith und Debora gedachten/faßten ein gut zeitwahrenden vacan-en die einkünffte zurhertze. ve cullant und äe kieux, die vornehm-- Päbstl. kammer zu ziehen/ so nahm K.Carl vilstenGenerals-personen/brachten sie in Orleans/ hierdurch anlaß A.1438 ein allgemeines gesetzeda sie in 2 biß z ausfallen die feinde also an- zu verfassen / welches insgemein 8anAio pragma-griff / daß sie die lange und berühmte belage- tica genennet wird / und dessen sich die nachfol-rung zu ihrer grossen conkulionundmercklichen genden Könige zum öfftern utiliter wider diesmmirung derFrantzosen aufheben musten.Das Päbstl. autorität gebrauchet haben. «. 0 ^

bisher fast erstorbene glück der Nation fieng an Vorhöchstgedachter König Ludwig Xl ist Asich wieder auffzurichten/und giengen alle dinge derjenige/ welcher/wie die Frantzosen reden/die gru-w zurbesser von statten/ und gewann man bald her- souveraine autorität Kon äe page gesetzt / odernach das treffen vor l>atayJnmassen denn auch die Königliche gewalt wehrhafft gemachtobgedachte Johanna d'Arc die stadt Rheims er- hat; wie unten mit mehrern angezeigt wer-oberte/und K.Carln vn daselbst unter dem vor- den soll. Die Stände wehreten sich gewaltig/wand göttlichen befehls von neuem krönte-Die- und schlössen A. 146s die so genannte Ligue duses mägdlein / insgemein la Pucelle d' Orleans bien public/ des Vorhabens/ die neue eigenwilli-genannt / wurde zwar / da sie länger im kriege ge regierung auf den vorigen fuß der Reichs-verharrete / als ihre commillion es verstattet/ Verfassung zu setzen. Jnmassen denn der jun-

von den Englischen in einem ausfall aus Com- ge Heryog zu Burgund / Carl der Kühne/

piegnegefangen/und hernach als eine Zauberin samt seinenAlliirten deßhalber zu ftlde zog/und <»,5^

zu Rouen A. 1431 verbrannt. Und meinten den König bey Montleheri zur schlacht nöthig- bey Mooc-die Engellander ihren Staat in Franckreich te/deren sieg deßhalber zweiffelhafft / weil sichln,durch neue kräffte zu versichern / indem sie den beede theile damitflattirten. Der König such-jungen König Henrich nach Paris zur crö- te den fuchsbalg Herfür/ schmierte dem volck das

nung kommen ließen/ auch des Hertzogs zu maul mit grossen verheissungen/trennete die ka-

Burgund parthie sich durch hinlassung der ^ndurch listige mtrigues, seinem mächtigsten

Grafschafften Brie und Champagne aufeine feinde/besagtem Hertzoge/Hetzte er Teutschland

NA? wenige zeit versicherten; jedennoch halff es ih- und die Schweitzer an hals / und entledigte sich

mung der n en wenig/ sondern sie musten der zunehmenden seiner endlich durch die schlacht bey Nancy A.

sÄ macht Frantzöischen macht weichen/und geschehen last 1477/da besagter Hertzog erschlagen wurde.

sen/ daß nicht nur Burgund sich lepanrte / und Die Engelländer suchten zwar in diesem' mir Franckreich s parte frieden machte/ son- trüben wasser wiederum zu fischen / und fiel Kö-dern auch zumal nach dem tode des Duc de nig Eduard iv mit einer grossen armee inBedfort A. 1435 die stände hauffenweise an Kö- Franckreich ; König Ludwig aber überwandnig Carln sich ergaben. Engelland war der die Ministros und Generalen durch geschencke/fache am ende überdrüssig: dessen militz man- und schickte sie wieder in ihre Insul zurücke. Alsgelte es an guten Ossicierern / der Duc de auch Ery - Heryog Maximilian die reicheSommerset/welcher sie commandirte/ließ ihnen Princessin Maria aus Burgund zur brautallen muthwillen nach / und ZisMirte gantz überkommen / und demFrantzöischenPrintzenFranckreich / auch zugleich die Englische Lon6- diesen fetten bissen aus den zähnen gerückt hatte/

<lenten. Die unterthanen sehnten sich nach ih- konte es K.Ludwig Xl so übel vertragen / daß errer natürlichen Herrschafft. Die Schotten die waffen wider den Ertz-Hertzog ergriff; ie-machten Franckreich zu gute eine äiverlion jn dennoch aber von demstlbenA. 1478 bey Tero-Engelland/und kam es numehr dahin / daß Kö- anne geschlagen wurde / und von den Nieder-ns Carl durchs schwerdt die Normandie und landen nichts mehr davon trug / als die Graf-alle Englische conguelken wieder eroberte/ausser schafft Artois. Seine letzte zeit über ließ er ausden sogenannten schlussel von Franckreich/ furcht vor dem tode sich auf dem schlösse BlestCalais/und etliche wenige dabey gelegene plä- sis bey Tours in einen eisernen kefig Messen /tze. Als nun besagter Sommerset wieder in die damit Niemand nahe zu ihm kommen möchte/

Insul kam/ entstünde daselbst der fatale fieng auch sonst viel lächerlich zeug an/konte sich

streit zwischen der rothen und weissen aber dadurch die verlangte lebens-verlängerung

rosen. So denckwürdig ist diese kevoluti- doch nicht zu wege bringen / und starb A.I483/

on,daß der König/ welcher fast an bettel- nachdem er der welt gezeiget hatte / daß er die

stab kommen/triumphiret;der andere aber/ verstellungs-kunst vollkommen erlernet/worbey

welcher eine weile sein Reich besessen / ge« er dann eine so genaue menage gehalten / daß

rarh ins gefangniß/ und muß seine Crone selbige besser ein geitz / als eine sparsamkeit/ zu

einem andern lassen. Franckreich gewinnet nennen ist; inmassen er wegen ftiner cMmula-

das glück nach so vielen äismembrationen nun- tions' geschicklichkeit auch von vielen scribenten

mehr wieder mit sich selbst vereiniget zu wer- i'ibenus (Zslticus eiwliret wird. Im übrigen

den. Wiewohl der glorieuse König Carl doch hat er A.1469 den Ritter-Orden 8. klickaelis ge-

vor seinem ende noch viel ungemach von seinem stifftet/angesehen er diesen Ertz-Engel in grossen

regiersüchtigen söhne dem Dauphin Lud< ehren hielte/weil derstlbe die obgedachte Pucel-

wigen ausstehen muste / darüber er in miß- le d' Orleans zu Verrichtung ihrer Helden - tha-

traueu geriethe / und weil er sich vor beybrin- (en ausgerüstet haben solte.

Sein