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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Königreiche Franckreich.

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pferd beym zügel/ und sagte zu ihm: Quoten-

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gedenckeff du hin/ 0 elender König? Reh-re um/ du bist verrathen. Dieses gespen-ste verursachte dem König nicht allein grossenschrecken 5 sondern es wurde derselbe auch nochum ein uemliches vermehret/ als nachgehendsunter wahrendem march ein fchlaffender reu-terdielantze auffdes Königs cas^vee fallen ließ/welches der König vor eine verrätherey ausdeu-tete/ auch dannenhero einige von seinen leutenniederstieß/ und felbsten mit dem pferd in einengraben fiel/ von welcher zeit an er niemahls wie-derum rechr zu verstände kam / absonderlich alssich im folgenden jähr noch eine seltsamere bege-benheit ereignete: Denn weil der König einemvornehmen beylager bey Hofe unerkanter wei-se beywohnenwolte/so kleidete er sich nebst fünffhoff-leuten/ die mit ihm von einerley grosse wa-ren/ als einen wald-gott. Jedoch weil dieanwesenden muthmaßeten/es müsse der Königeiner von diesen sechs mazquirten seyn; dahe-ro der Hertzog von Orleans, um solches genau-er zu erfahren/ein licht nahm/ worvon aber zuallemunglück ein funcke in das mit mooß undwerg überzogene und mit pech übergoßenekleid gerieth/ also daß der König lichter lohe zubrennen anfieng/ welchem zwar die andernM25guirten zu helffen sich bemühten/ hierüberaber selbsten auch angezündet wurden. Indessin legte sich eine Princeßin mit ihren ausge-breiteten kleidern über den König/und dämpf-te also die flamme; dahingegen die andern/bißauffeinen eintzigen/verbrennen musten/wel-cherindenkellerlieff/ und seine brennende mas -gue unter einem weinfasse löschete. Ob nunschon der Königzuvor durch kräffcige artzneyenwiederum ein wenig von seiner blödigkeit be-freiet worden war; so fand sich doch anitzo deralte zufall starcker/ als iemahls/ wiederum ein.Dieses Kö ,Darüber sich nach der Hand nicht nur gantznigs blödig franckreich in zwo faKiones getrennet/undsache'zum^ daraus viel mord/unglück/und bürgerliche krie-inncrl krie-ge erwachsen sind/ indem bey solcher untüchtig-keit des Königs so wohl dessen bruder/ nemlichLudwig/ Heryog von Orleans, als auch seinVetter/ Philipp der Kühne/Heryog in Bur-gund/die Neichs-^ämlniNrativn verwalten wöl-ke : Sondern es bedienten sich auch die Engel-länder dieses vortheils/ fielen in FranckreichA. 1415 mit macht ein/ verheerten das land al-de??ewin- lenthalben/ und gewannen die batsslle vorhin-«en die courk, einem dorss in der ?icaräiei darinnenNourt" samt dem Frantzösischen Constable d'Albret undund die vier Printzen vom geblute IOOOO/oder/wieNvlmndie. anden wollen / 6c>OO Frantzosen blieben/ undviele/zumahl Officirer/vonconäitton gefangenwurden. Und weil die innerlichen Verbitte-rungen und blutigen Verfolgungen zwischen vor-berührten fronen immerfort wahreten/ kames dem auswärtigen feinde desto mehr zu stat-ten / als welcher A. 1419 die Normandiesamt Ronen wiederum hinweg nahm.

Der Dauphin Carl /welcher nunmehr zureisseren jähren gelanget/ versuchte die wurtzeldes Übels auff einmahl abzuthun/ und ließ Jo-hann den Unerschrockenen/ Herzogen vonVurgund/ zu Monrereau auff der brückeniederstoßen. Weil nun die Königin es biß-

her mit dem ermordeten gehalten/ auch auffdenDauphin deßwegen einen schweren groll hatte/weil er ihr die besten juwelen und pretiosa,auchbaarschast wegnehmen lassen/ suchte sie durchdieses mittel ihn gänglich von der Cron aus-zuschliessen .Der achts-proLesswurde zuParis Dem?Da«,wider den Dauphin verführet/ ihme die Cron- pbmCMerbschafft aberkannt/ und der König dahin ver-Access!»mocht/daß er seine tochter/ Princeßin Caeha- aberkannt,rinen/ König Henrich dem V in Engellandvermählete/und diesen zum Cron-erben er-kläret^. Also bereitete man dem KönigreicheFranckreich das grab/ und ward zu i^oyesAbdulsin obampZAns diese alliantz vollzogen und be-zumErbfol-schworen/ auch von den Ständen des Reichs zu s^eMpet.Paris ratiliciret. Der Dauphin appelttrte zuGOttunddem schwerdte/ welche ihn auch alsounterstützten/ daß er zwey biß dreymahl widerdie Englischen siegte/ und seines competemmKönig Henrichs/ auch bald darauffA.1422. sei-nes blöden vaters tod erlebte. Sonsten solldieser K.Carl vi zum ersten mahl die zahl der li-tten im Frantzöischen Wappen auffdrey reäucirethaben/ dazu vor keine gewisse anzahl derselbengewesen. Wiewohl sich dieses vorgeben mitdem oberwehnten Ursprünge sothaner drey li-tten/ so zu K. oloävvXi Zeiten geschehen seynsoll/nicht vergleichen will.

Dieser tapfere Dauphin und nunmehr Kö- ^"'nig Carl vil ließ sich zwar unverlängt zu k>oi- .tiers krönen/und fielen ihme viele tapfere Fran-tzosen bey; allein der ansang sich zu maintemxenwar schwer. ^ Mehr als die helffte von Franck-reich/ die Fürsten von geblüte/ und der gantzeEnglische schwall waren ihm zuwider/und hattealles sein absehen auff den jungen König Hen-richen vi in Engelland/ welchen der Regentin Franckreich Ducde Bedfortzu Paris krö-nen ließ : Dahero sich die Könige in En-gelland noch heutiges tages des tituls undwapens von Franckreich anmaßen. Alleindie courage und gerechte Prävention stun-de König Carln/ welchen man schimpffs-weiseden König zu Bourges nannte/noch zur sei- Grosse K--.te. Er hat zu seinem noch größerm schaden die .Ä^re-^bataille bey Crevant / wie auch die vor Puryverlohren/und in vielen kleinen rencontres fastallezeit den kürtzern gezogen/ auch sonst allent-halben im anfange unglück gehabt/also/ daß esschiene mit der FrantzösischenMonarchie gethanzu seyn. Allein diese fatalität geriethe ih-me und derCrone zur wieder-auffnahme.Das erste mittel hierzu gaben die Mißverständ-nisse/welche sich zwischen der Englischen undder Burgundischen parthey ereigneten/und daßdes Constabels/ Graffen von Richemont/ hoch-muth die gemüther de: meistenG:andes von sichabwendete. Das beste hülffs-mittel aber ge-schähe durch folgendes mirackel. Denn alsdie Englische armee vor Orleans/der noch ein-tzigenstadt/so König Carln als ein uhralt paeri-monial-stücke übrig war/ A. 1428 ihr lager hat-' te / und der Frantzöische tuccurs unter Jean deClairmont geschlagen/ auch der proviant weg-^?treftgenommen wurde/ (welche Niederlage man da-ftn voror-her la fournee <Ies ^laran^s oder das Herings-treffen nannte) mithin die belägerten in äu-serster noch/und sich an den Hertzog von Bur-gund zu ergebengeneigt waren/stund ein hirchn-B s Magd-