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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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8 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

woldie doch Uneinigkeit der Nationen solchen zugam ende unglücklich machte; indem die jalousiezum öffentlichen kriege ausbrach/darinnen unserNsrmandie König denEngelländern die Normandie/ wel-"uÄdr" dey 28O jähren von der Cron feparirt gewe-^ommt wiessen/zusamtden Grafschafften Poictou/Anjou/dtr zurCron. Maine / Touraine undBerry/ abnähme/undder Cron reunirte. Der König alliirte sich mitRaystr Philippen zuWorms am 29 Junii A.1198-Hergege hatte sichKönigRichard mitGrafOtten seinemNepotenGrafBalduinen inFlan-dem undErtz-BischoffAmolphen zuCöln conf«-äsriret. K. Otto» v schlug sich endlich auch dar-zu/und wolte/Engelland zum besten/mit einer a^mee fast gegen 200000 mann eine ckverlion ma-chen/wurde aber in der schlacht bey Bovinesin Flandern in die flucht geschlagen/und En-geüand dahingebracht/ daß es die Päbstl. ?ro-tecIlvn suchen muste. Wie denn der Königauf vermittclung des Pabsts derselbigen natiönsovielgutesthat/daß sie ihme die Cron an-, trüge. Das Friedens-Instrument/welchesGraf Johann von Moresto mitbeyderKö-nigl. thefle zufriedenheit im Zenner A. 119z auf-gerichtet / hat eine theilung vieler wichtigen län-der in sich/und ist zu lesen bey Herrn Leibnitzen imCoä.sur.Lent.i'.l.p.^. Wiewol KönigJohann-sen/KönigRichards bruder undCron-folger/derHandel nicht anstünde: Dahero verglicl)e mansich anderweit A. 1200 auf solche maße/ wie' bey itzt-wolgedachtem Tutore p.7 zu lesen.Wel-ches aber auch keine dauer hatte / indem es zumanderweiten kriege ausschlug. König Philippüberwieß aber die Engelländer/ als sie ihm/wie obgedacht/die Cron antrugen / an seinenK. Ludwig Printzen und nachfahret Röntg LudwigenMMin dem die Heldenmüthigkeit den zunahmenEngeüand. des ^.öwen erworben / welcher sie auch annäh-me und wider seinen gegner König HenrichenII! in Engeüand so lange tapfer vertheidigte /biß ihm hernach par-raison ä' Lc at besser deuchteselbige niederzulegen/ als mit unruhe weiter zutragen. Inzwischen nahm er denen Englän-dern die stadt K.ocbe!le, 8. sean ä' dliortund andere platze weg. Von seinem siebendenPrintzen Carln/Grafen von Anjou/HernachRöntge inSiciliett/ stammen einige Rö-ntge tn Ungarn/Polen und Neapoiis ab.Die waffen setzte er wider die Albigenser/ dieman hernach Waldenser genannt/ eysrig fort.

Er starb im zten jähr seiner regierung A. 1226hinterlassende stinen söhn König Ludwigen ixden Helligen/ bey dessen Minderjährigkeit wi-der die Königl. Frau mutter und RegentinLlancke, gebohrne Jnfantin aus Castilien/ vondenen Grossen viel unruhe erreget wurde/ wel-che sie aber mit sonderbarer klugheit zu stillenK. Ludwigs wuste.Als nun Franckreich wieder mit sich selbstK und worden / thäte der König einen zug ins ge-rne ungläu- lobte land mit 30000 mann / und erhielt widerbisen. die ungläubigen drey merckwürdige siege. Inder vierdten schlacht war er unglücklich / kam infeindes Hand / und muste sich mittelst 8000pfund goldesMd hinlassung seiner ersten Comqucste / nemlich der festung vamiata, rarmonixen.Dessen ungeachtet thäte er noch einen zug da-hin/ versuchte sein heil an lumz, die pest abereroberte sein lager/ und riß ihn A. 1270 auchmit hinweg. Unter feiner regierung masste

sich der Päbstliche stuhl die äissoütion über diegeistl.ämterin Franckreich an/ welche sonstendie Lunonici undÄtünche in iedem stifft zu verge-ben hatten: Dahero auch K. Ludwig ix ein ge-Dessen ge,feg ertheilete/krafft dessen dieFrantzöischekir-M^^che in ihrer hergebrachten frexheit verbleiben km-he.solte.

Er verließ nebens dem Cron - Printzen Phi-lippen lll auch Roberten Grafen von Clair-mont/ und Herrn zu Bourbon / dessen allhierdarum erwehnet wird 7 weil er der Stamm-vater der Bourbonischen/iyoRöniglichenlinie ist. Weilsich Printz Philipp vor Tunis/deren belagerung er continmtte / und sonsten sounerschrocken erwiesen/ bekam er den beynah-men des Rnhnen. Er vermehrete die Cron-Güter / nachdem er den Königs thron bestiegenhatte / durch anfall der ledig-gestorbenen gros-sen Grafschafft Toulouse. Unter seiner regie-rung hielten die Frantzosen die blutige Sicilia-nische Vesper. Es hatte nemlich oberwehnterCarl von Anjou/ K. Ludwigs lX bruder/A. 1266gantz Sicilien conquetiren die einwohner aberwurden der Frantzosen bald überdrüssig / undermordeten sie A. 1282 am Oster-tage um die ve-sper-zeit allesamt. Von dieses K. Philipps uizweytem sohn/Gmf Carln von Valois/ stain-met die Valesische/nachmahlsRönigliche li-nieher.

Sein Cron-Printz / Philipp l v der Schone K. M-iippgenannt/ auch Rönig in Ntavarra/ folgtedem Herrn vater A.1286 im Regimente nach/und hatte mit dem pabstl. stuhle der Ober-botmäßigkeit halber / wie auch mit derCron Engelland / und dem Grafen in Flan-dern/ nahmens Guy/ viel Widerwärtigkeitenund kriege. Im anfange lief alles wohl/ undconquestirte der König Bourdeaux und ein großstückvon Aquitanien / wie auch das meiste vonFlandern. Die neuen unterchanen/ sonderlichdie Flamänder/ revoltirten aber/ und schlugenA.1Z02 von Graf Roberts von Artois armeebey 20000 mann unweitCourtrax/damnter ü- Schwhebe: i2O0OEdelleute und die besteQssicirer wa:en. tr^unv S-Und obwohl der König in einem andern feldzuge omer.A.1ZO4 der Flamänder 2s0OO unweit SaintOmer erlegte / brachten sie doch bald eine stär-ckere armee von 60000 mann zu wege/ und hiel-te daraufeinschwerdt das andere in der schei-de/ indem ihnen der König den frieden und vo-rige freyheit wider gab.Mitlerweile hattePabstLonifacius Vl!l A.IZOO das Jubiläum gestiss-

tet/ und unterstunde sich K. Philipp dem Schö-nen in einer überschickten bulle zuzumuthen/daßer das Königreich vor ein Päbstlich lehn erken-nen solte/ in welcher bulle sich der übermüthigePabst unter andern auch einen Herrn derweit / so wohl in geistlichen als weltlichendingen/nennete. Allein der König ließ sotha-ne bulle verbrennen / und gebrauchte sich in derschrifftlichen antwort an denPabst unter andernfolgender formalien: Sciatmaxima'I'uakatuitas.nosintemporalibus nemimiubelle: Deine grö-ste thorheitsol wissen/ daßwirim weltli-chen niemand unterworffcn seynd. Die^swttlmgantwort hteraufwar der kirchen-bann. Zu seiner der tempeuzeitwurde auch die ausrottung der tempel-her-^""-ren vom Pabst Elemente v beschlossen/ und sol-cher schluß A.iZiz auf dem Concilio zu Vienne

bestä-