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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Königreiche Franckreich.

K.HuLocttkstammheirver? Haupt-linirn.

Msmassctter seinen «c-siac befesti-get.

K. RobertMt tt!6Pabstsbann.

iichvon derLronFranckreichA.987 durch ebendergleichen saute und versehen/ nemlich die ein-falt/ faulheit und mcnvncität der Regenten/weniger nicht durch mißbrauch desMinistrißi-tnats/als wodurch auch der Merovingischestamm des Reichs verlustig worden / und hießes wohl recht: Wie gewonnen / so zerron-nen. Denn GOTT hat sich das jus talionisvorbehalten / und vergilt gleiches mit gleichem.Von ihme/König Hugo / stammen drey haupt-linicn/dic Eapcrifche/ ValcsischeundVour-bonische / welche nach einander zum thron ge-schritten/ und den dritten perioäum der Fran-tzöischen Königlichen Regierung machen/ wel-cher biß aufdiese zeit fortwähret.

Seinen Staat befestigte der neue Königsürnehmlich dadurch/ daß er die Groß-Hoff-meistcr-Charge absthaffere/die Xtt fairen con-üieuirte/ die Primogenitur bey dem Königreicheinführete/ lind die bastarden auf ewig davonauszuschließen vero:dnete.Eins aber muste er exynttonc üatus cZ:llimu!i:en/nemlich daß dieGran-des die Hoheit über ihre Provintzieu behiel-tcn/gleichwol versicherte er sich ihrer treue durchdie lchnschafft und lehnspfiicht. Des König-reichs Patrimonium, welches der zeit so schwachwar/ daß man auch sagte/ die Röntge hat-ten nichts mehr als Laon und Rheims zu ih-ren proper- Gütern/ vcrmehrete er durch dieGrafschafft Paris, tte vuebe 6e krance, zwischender Leine und doire,und der Grafschafft Orle-ans/ als welche des haußes Orleans stamm-güter waren. Die vornehmsten Hergog-thüiner waren damahls Normandie/ worzuBretagnegehörete/Burgund/Aquilanien/Ga-sconien/ die Grafschafften von Flandern/Champagne / und Toulouse/ deren letztere be-schere auch Herhoge zu Languedoc waten. DieGrafschafften Vienne/ Provence/ Savoye/Dauphine gehörten Zinn Ronigreich Zlre-lat/ so ein antheil des Tentschen Raxjer-thluns war. Indessen hatte sich obgedachterHertzog Carl zu Lotharingen dieser auf HugoCapeten gefallenen wähl mit den Waffen wi-dersetzet/weil ihm das nächste recht vor allenandern zur Crone gebührete. Er wurde aberzu Laon gefangen/und muste nachmahls zuOrle-alls biß an sein ende im kercker sitzen. Dargegenbrachte König-Hugo die stände dahin / daß sieseinen söhn Robert A. 988 zum Könige kröne-ten/wovor erstine väterlichen erb-güter/nemlichParis und Orleans / mit der Crone vereinigte/undA. 996 die zeitligkeit gesegnete.

Dieser König Robert ist zwar vieler fehletim Regiment so wol/ als in der ehe/ von eini-gen beschuldiget worden/ er war aber in derthat ein frommer/löblicher Herr/ und darinnam meisten unglücklich / daß/ weil er seine ha-st Bertha / König Conrads zu Burgund Toch-ter/ mit welcher er diese landchaft erworben/ imvierdccn grad/ die zugleich feine gevatterin war/wider die Päbstliche Satzungen geheyrathethatte/er ms pabsts bann siel/ unddarinn diegröste Verachtung leiden muste: Jmmasienman den Hunden die speisen vorwarff/von wel-chen der König gegessen hatte. Er ließe sichvon obgedachter Bertha scheiden/ heyrathetedieGräfin vonArelat Constantiam/der zu ehrender König/ als ein guter Poete/ unterschiedliche

tt/mnos, darunter der bekandte: o (üonkantiaklari^rum etcanachte: starb endlich in ruhe

A.C.IOZ2.

Seines fohnes König Henrichs i Regierung K. Henrichwäre fast unberührt blieben / wann nicht auf''Veranlassung seiner Regier-suchtigen frau Mut-ter stine Lehn-Grafen/ Eudes in Cham-pagne und Balduin in Flandern / verschiede-ne gefährliche motusund kriege erreget hätten:

Jedoch war er darinnen glücklich / daß er einesnatürlichen todes starb / dergleichen keinemnachfolgenden König in Franckreich/ des nah-mens Henrich / wiederfahren.

Ihme folgte A. 1060 sein unmündiger KMUrv k.Printz / König Philipp / welcher mehr Gele-genheit als verstand gehabt/ grosse dinge zuverrichten. So lange als besagter Gras Bal-duin die vormundschafftliche regierung führe-te/lief alles zu glücke; nach dessen abgang aberwurden viel sauten / zumahl auch in der hey-rath und dem tractament mächtiger Vasallender Crone/ begangen. Umb diese zeit hat Her- .yog Wilhelm in Normandie Engellandconqueeirer/ und die funcken ausgestreu-te/ welche nach der Hand die RönigreicheGroß - Britannien und Franckreich mgrund-verderbliche kriegs-flannnen ge-seyee.

Sein söhn / König Ludwig der Dicke/K.Ludm«wurde bald nach des Herrn vatersA.noZ erfolg- ^ten todes-falle von denen lehnsgraftn/so umParis herum guter hatten /attaquiret / die eraber wieder zur schuldigkeit anzwange. Inden damahligen schweren irrungen zwischendem Römischen stuhl und dem Käystrthumeverhielte er sich sthr klüglich / und wandte einenschweren krieg von Franckreich damit ab.

Gleichwie sein söhn und Cron-folger Lud-K. Ludwigwig Vit hergegen/ beydes in der Heyrath/alsauch in allem vornehmen / unglücklich war.Man meynte/stine gemahlin Eleonore cin-tzige erbin von Aquitanien und Poictou würdedie befestigung eines ruhestandes im Reichestyn /*sie war aber die wurtzel eines fatalenkrieges vor Franckreich; denn als er sie von sichscheiden ließ / und sie sich mit König Henrichenin Engelland anderweit vermählete / entstunddaher viel ungemach und blutige effecten. So Seine im,licssder zug / welchen König Ludwig aus einge- glM.nmr-bildeter äevotion. und auf veranlassung desheil, Bernhardi/ in Raysers Lonrad Iii ge-stllschafft mit 6OOOO mann ins gelobte land für-nahm/auf mehr schantze als ehre hinaus. Unddazumahl befassen die Engelländer fünff contt-äerabls Provintzenin Franckreich/ nemlichdieNormandie/Bretagne/ Anjou/ Poictou undAquitanien.

Er starb A. N8O und verließ zum nachfahret K.PWp?stineü söhn/ König Philippen Ii Augustus undConquerant benahmet / weil er stine Reichs -^ermch-gräntzen und stine vomainen erweitert / zumahl Reichs,auch auf seiner Heerfahrt die berühmte vestungPtolomais mit erobern helffen. Der Sultanvon Egypten Saladin wütete im Orient sehrgrausam/und war es mit den christlichen con^questen daselbst fast geschehen. Dieser Königaber und sein gestllschaffter/ Rönig Richardin Engelland/ brachten denen EuropäischenWaffen die alte kex-manon wider zu wege. Wie-wohl