Predigt am fünften Sonntage nach Trinitatis.
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nichts Böses rede, und deine Lippen, daß sie nicht trügen. Dasgehet zwar auch weiter auf die Lehre, daß man bcy dem rechtenGottes Wort bleibe, und sich nicht lasse durch falsche Lehre ver-führen; aber St. Petrus führet es heraus in das äußerliche Lebenund Wesen der Christen in der Welt. Da gehets also zu, daß siedieser Vermahnung wohl bedürfen, ihre Zungen zu schweigen w.,weil sie so viel müssen leiden um ihres Glaubens und Bekenntnißwillen, daher sie Christen heissen, da sie von aller Welt geführt,verhasset, verfolget, gedrückt und geplaget werden, wie Christuszuvor ihnen gesagt, Matth. 10, 22: Ihr müsset gehasset werdenvon jedermann, um meines Namens willen w., daß sie wohlmöchten sich lassen düncken, Ursach zu haben, wieder Böses zu ver-gelten, und müssen wohl beweget werden, weil sie auch noch Fleischund Blut haben, zu zürnen und fluchen, oder von ihrem Bekennt-niß und Predigt abzulassen, und mit dem andern Haufen der fal-schen Kirche und abgöttischen Lehre beyzufallen. Hier vermahnetder Psalm: Lieber Christ, laß dich solches alles nicht bewegen, daßdu darum auch böse werdest, fluchest, lästerst und wiedcrschcltest,sondern bleib bey deinem Segen, der dir zu ererben bereit ist; denndu kannsts doch damit nicht besser machen, noch dir etwas behol-fen sepn. Die Welt bleibt doch, wie sie ist, und wird nicht an-ders thun, denn die Frommen und Glaubigen hassen und verfolgen.Was hifts denn, daß du feindlich darum zürnest und fluchest,kranckest nur selbst dein Hertz mit Bitterkeit, beraubest dich darobdes grossen, seligen Schatzes, der dir gegeben ist. Eben deßgleichenlehret hievon auch der Spruch des vierten Psalms, V. Z, so dieHeiligen tröstet und starcket wider solch Aergerniß und Anfechtung,so sie haben müssen von der Welt, zu Zorn und Ungeduld: Zür-net ihr (spricht er), so sündiget nicht, redet mit eurem Hertzen aufeurem Lager, und seyd stille. Das ist, ob ihr gleich beweget wer-det, wie es die Natur dieses Fleisches und Blutes gibet, daß ihrmüßt sehen, wie die Welt in ihrem gottlosen Wesen und Bosheitgroß Glück hat, und euch dazu mit Stoltz und Frevel trotzet,schmähet und verfolget: so lasset euch doch nicht so bald entrüsten;lasset doch das Leid, Unmuth, Verdrieß und Grämen heraussenbleiben und liegen auf eurem ausserlichen Leben, Leib, Gütern,und nur ins Hertz nicht einwurtzeln, sondern stillet euer Hertz undgebt euch zufrieden, und achtet solches alles nicht Werth, daß ihreuch darum euren Schlaf brechen lasset. Und so ihr wollet Gottrecht dienen und gefällige Opffer thun, so hoffet auf ihn im Glau-ben seines Worts, daß er euer lieber Gott sey, der für euch sorget,