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8 (1928)
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259
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Predigt am fünften Sonntage nach Trinitatis.

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Das thut ihnen wehe, und wenn es sollte nach ihres Fleischesund Blutes Willen gehen - so wollten sie sich gerne auch rächen,wie die Welt gegen einander ihre Rachgicc übet, und nicht zufrie-den ist, sie habe denn ihr Müthlein gekühlet. 'Aber ein Christsoll und kann (wo er ein Christ bleibet,) kein unbarmhertziger nochrachgieriger Mensch seyn, weil er Gottes Kind ist worden undvon ihm Barmhertzigkeit erlanget, und derselben auch ohn Un-terlaß lebet, daß er sollte an des Nächsten Schaden und UnglückLust und Freude suchen, oder ein bitter, hart und storrig Hertzgegen ihm haben; sondern ist vielmehr also gesinnet, daß er sichseines Nächsten, auch der ihm feind ist, erbarmet, und jammertihn feiner Blindheit und Elendes, weil er ihn stehet in GottesZorn liegen, und sich selbst in ewig Verderben und Verdammnißführen, daß er schon allzuhoch an ihm gerochen ist, und soll ihmeben darum auch freundlich seyn, und alle Gutthat erzeigen (so eres anders leiden und annehmen will), auf daß er ihn dadurchmöge gewinnen und zur Busse bringen. Nun fähret St. Petrusfort, und streichet solche Lehre von diesen guten Wercken, derSanftmuth, Barmhertzigkeit, Freundlichkeit, weiter aus mitschönen Sprüchen der Schrift und andern Vermahngngen, dieChristen dazu zu reitzen, und spricht;

Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mitScheltwort, sondern dagegen segnet. Und wisset, daßihr dazu beruften seyd, daß ihr den Segen beerbet.

Das stehet euch Christen zu, spricht er, denn ihr seyd solcheLeutc, die dazu beruften sind, daß sie den Segen ererben, K, dasist ein groß, theuer Ding. Es ist schon bey Gott beschlossen undeuch zugesprochen von Gott eitel Segen; das ist, aller Reichthumseiner Gnade und Gutes, das ist euer, und soll euch reichlich wi-derfahren und bleiben, beyde, an Seele und Leib, sy ihr nur den-selben behaltet, und nicht selbst euch darum bringet. Wie theuerwolltest du es gerne kaufen (wo es zu kaufen wäre, und nichtohn dein Verdienst dir umsonst geschencket würde), wenn dirs et-wa angeboten würde, daß du gewiß seyn möchtest, daß du so ei-nen gnadigen Gott hattest, der dich zeitlich und ewiglich segnenwollte? Wer würde nicht gerne auch sein Leib und Leben darumgeben, und alles mit Freuden leiden, wenn sein Hertz das möchteohne allen Zweifel rühmen: Ich weiß, daß ich ein Kind Gottesbin, der mich zu Gnaden genommen hat, und lebe in der sichernHoffnung, daß ich ewiglich soll gesegnet und selig seyn, Darumdencket hoch daran, spricht er, weil ihr Christen seyd, wie grossen

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