Predigt am vierten Sonntage nach Trinitatis.
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Sammet, Purpur, gülden Stücken und Seiden daher gegangensind in ihrem Leben, wie der reiche Mann. Denn werden wirunsere rechte Farbe tragen, und leuchten, wie die Sonne in un-sers Vaters Reich, und in solcher Herrlichkeit erscheinen, daß nie-mand gcmeynet hatte, daß der arme Lazarus, der so elend vordes Reichen Thür ist gelegen, als schön und herrlich werden sollte.Davon lies weiter im Buch der Weisheit am 5, 2. Diese Hoff-nung, spricht er, haben wir und die gantze Creatur mit uns,welche auch um unsertwillen auf das schönste gereiniget und ver-neuet wird werden, daß man sagen wird: Diß ist erst eine schöneSonne, ein feiner, hübscher Baum, eine köstliche, liebliche Blumew. Weil nun das, sage ich, unsere Hoffnung ist, sollen wir sohoffärtig sevn, und das geringe Leiden, so uns in diesem Lebenbegegnen mag, nicht so groß achten; denn, was ist es doch gegender Herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden? Und zwarwir selber werden in jenem Leben wider uns müssen sagen: Pfuidich mal an, bin ich doch nicht Werth, daß ich soll Gottes Kindheissen, darum, daß ich auf Erden mein Leiden so groß, unddiese überschwengliche Freude und Herrlichkeit so gering geachtethabe. Ach, wenn ich noch sollte in der Welt sevn, und dieseFreude vor mir wissen, wollte ich gerne, so es möglich wäre, tau-send Jahre im Kcrcker gefangen liegen, kranck seyn, verfolgetwerden, oder sonst ander Unglück leiden; denn ich sehe und erfahrees jetzt, daß ja wahr ist, daß aller Welt Leiden gar nichts seygegen der Herrlichkeit, die an Gottes Kindern nun offenbaret ist.Aber man findet jetzt viel, auch unter denen, die Christen seynwollen, so gar voll Ungeduld, daß sie schier nicht ein hartes Wortverhören können, wenn sie es schon wohl verdienet haben, undehe sie ein wenig Schmach oder Nachtheil um des Evangelii wil-len von der Welt leiden, ehe liessen sie das Evangelium undChristum fahren. Wie werden sie aber an jenem Tage bestehen?Darum, lieben Freunde, lasset uns klug seyn, weil wir nochRaum haben, und das zeitliche Leiden nicht so groß achten, son-dern uns geduldig darein ergeben, nach der Lehre St. Pauli, wiedie Ereatur thut. Die Erde dencket: Ich lasse mich pflügen undbauen, und sind doch das wenigste Thcil Christen, denen es zugut kommt, und das meiste Theil arge, böse Buben, die meinergemessen. Was will ich aber draus machen? Ich will es leiden,und will mich lassen zerpflügen und umgraben, weils mein Gottalso will haben, und daneben hoffen, daß es einmal anders sollwerden, daß ich nicht mehr der Eitelkeit unterworfen werde seyn,