232 Predigt am vierten Sonntage nach Trinitatis.
dem Teufel und der bösen Welt, allein um Gottes willen, der si,>hat unterworfen, doch auf Hoffnung, daß es nicht soll ewig wäh-ren. Also wir auch sind hier auf Erden schon Gottes Kinder undselig, so wir glauben und getauft werden, wie Marc. 16, 16.geschrieben stehet, und Joh. 1, 12: Wie viel ihn aufnahmen,denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinenNamen glauben ?c. Die Taufe stehet man; die Kinder, so ge-raufet werden, stehet man auch; das Evangelium höret man; sofühlen wir auch selbst in unserm Hertzen das Zeugnis des Heili-gen Geistes, daß unser Glaube, wie schwach er ist, dennoch recht-schaffen sey. Aber wer stehet uns an, daß wir Gottes Kindersind? Wer will solche Leute Gottes Kinder heisscn, die in Ker-cker geworfen, und so greulich gemartert und auf allerlei) Weisegeplaget werden, als waren sie des Teufels Kinder, und eitel ver-dammte und verfluchte Leute? Darum spricht St. Paulus nichtvergebens, die Herrlichkeit der Kinder Gottes sey noch verborgen,sie soll aber an ihnen offenbaret werden, gleichwie er, Col. 3, Z.4., auch saget: Euer Leben ist verborgen mit Ehristo in Gott;wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann wer-det ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. Unter-ließ , weil sie hier auf Erden leben, sind sie nicht geschmückt mitGottes, sondern des leidigen Teufels Farbe. Derhalben, weildie Kinder Gottes so verborgen sind und ihre Farbe noch nichttragen können, so schreyet (spricht St. Paulus) alle Creatur mituns, daß unser Herr Gott wollte den Himmel zerreißen und herabkommen, und seine Kinder scheiden von des Teufels Kindern;denn seine Kinder sind auf Erden zu tief verborgen, und ist zugar eine dicke Haut über der Gottlosen Augen gezogen, daß sieGottes Kinder nicht können erkennen. Ihre Lehre, damit sie Got-tes Gnade, uns in Ehristo erzeigt, preisen, muß Jrrthum, Lügen,Ketzerey und T-mfelslehre heißen, darum sagt er, es harre mituns alle Creatur auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Aufdie Weise redet St. Johannes auch, 1. Epist. 3, 2: MeineLieben, wir sind nun Gottes Kinder, aber es ist noch nicht er-schienen, daß wirs sind; wir wissen aber, wenn es erscheinenwird, daß wir ihm gleich seyn werden, nemlich, wenn unser HerrJesus Christus kommen wird mit seinen lieben Engeln, und wirin den Wolcken ihm entgegen hingezücket werden in der Lust, dawird er ein solch Licht mit sich unter die Kinder Gottes bringen,daß man sagen wird, sie seyn recht nach ihrem Namen geschmückt,weit herrlicher, denn der Welt Kinder gewesen sind, welche in