Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
Seite
248
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243 Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis.

Dem widerstehet (spricht er) starck im Glauben.

Das ist die rechte Wehre und Widerstand, dazu wir sollennüchtern und wacker seyn, daß man wohl gegründet sey in Got-tes Wort, und vest daran halte, wo der Teufel suchet, unfernGlauben umzustofscn durch seine klugen Fabeln, aus menschlichemVerstand und Vernunft herfürbracht, welche ist des Teufels Braut,und will allezeit klug und weise seyn in göttlichen Sachen, undmeynet, was sie für recht und gut anflehet, das müsse auch vorGott gelten. Aber der Glaube halt sich allein an Gottes Wort,und weiß, daß vor Gott nichts gilt menschliche Weisheit, hoheKunst, grosse Gewalt, und was der Mensch für Gaben und Tu-gend haben mag, sondern allein seine Gnade und Vergebung derSünden in Christo. Darum kann er alle solch köstlich Vorgebenund kluge Fabeln zurückflössen und niederschlagen.

Und wisset, daß eure Brüder in der Welt eben dasselbige

Leiden haben.

Das ist auch ein sehr kostlicher Trostspruch, welchen St. Pe-trus freylich nicht allein vom Heiligen Geist eingeben, sondernauch selbst versuchet und erfahren hat; als, da er in des Hohen-priesters Haus seinen Herrn dreymal verleugnet hatte, und balddarnach in solche Angst und Zagen siel, daß er wäre dem Verrä-ther Zuda nachgcfolget, wo Christus nicht seine Augen zu ihmgewandt hatte; darum er auch so bald nach seiner Auferstehungam ersten befihlet, ihm dieselbe zu verkündigen, und darum auchselbst zuvor ihm saget, Luc. 22, 32: Petre, ich habe für dichgebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und du, wenn du nundich bekehrest, so stärcke deine Brüder. Solches thut er auchtreulich mit diesem Spruch: Ihr habt in der Welt, spricht er,viel und schwer zu leiden, beyde, in geistlichen und leiblichen An-fechtungen, wider die erste und andere Tafel, da euch der Teufelnachstellet durch seine Lügen und Mord. Das thut schwachenChristen nach ihrem Fleisch und Blut über die Maassen wehe,daß sie sich immerdar vom Teufel sollen kratzen und plagen lassen,und drücket einen jeden sein Leiden so hart, daß er meynet, esleide niemand so schwer, als er, sonderlich in den hohen, geistli-chen Anfechtungen, damit die, so vor andern hohe, sonderlicheGaden haben, und den andern vorstehen sollen, angefochten wer-den, wie St. Paulus oft von seinen hohen Anfechtungen klaget,welche der gemeine Haufe nicht verstehet, kann sie auch nicht er-tragen. Und Gott hier die Maasse hält, daß er einem jeglichennach seiner Person sein Creutz aufleget, darnach er starck ist und