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8 (1928)
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249
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Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis. 249

tragen kann; aber dieses sind solche Leiden, daß auch die grossen,starcken Geister wohl darunter verschmachten und verdorren müß-ten, wenn ihnen Gott nicht auch Trost verliehe; denn sie greiffendas Hertz im Leibe an und verzehren Marek und Bein, wie oftdie Psalmen jammerlich klagen. Zn solchen Anfechtungen tröstetnun St. Petrus die leidenden Christen damit, daß sie nicht allein,noch die ersten sind, die also angefochten werden, als wäre es garein wunderlich, seltsam, unerhört Creutz und Leiden, das sie füh-len, und dencken, sie tragens alleine; sondern wissen sollen, daßihre Brüderschaft, die Christen, zu aller Zeit, und allenthalbenzerstreuet, auch desgleichen leiden müssen, weil sie in der Weltsind, vom Teufel und seinen Schupen; denn es lindert und trö-stet aus der Maassen sehr, so der Leidende flehet und weiß, daßer nicht allein, sondern mit dem Haufen leidet.

Darum soll niemand seine Angst und Noch so schwer undgreulich halten, als wäre es neu, und nicht andern auch wider-fahren. Dir mag es auch wohl neu und unerfahren seyn, abersiehe um dich in dem gantzen Hausen der lieben Kirche vom An-fang bis auf diese Stunde, welche in der Welt dazu gesetzt ist,daß sie stets dem Teufel muß durch die Spiesse lausten und ohneAufhören sich lassen sichten und worfeln (wie Christus selbst sagt,Luc. 22, 31.), wie man dem Weitzen thut. Lieber, du hast nochnicht gesehen noch erfahren, was unsere ersten Eltern ihr Leben-lang gelitten und ertragen haben, und hernach alle liebe, heiligeVäter bis auf Christum. St. Petrus ist auch viel höher in die-ser Schule gewest, denn ich und da, und ich wollte gerne sagen,daß auch seines gleichen Anfechtung kaum zu finden. St. Pau-lus in der 1. Cor. 4, 13. sagt auch von ihm und seines gleichen,den lieben Aposteln: Uns hat Gott als ein Fluch und Fegopfferden Engeln und der Welt zum Schauspiel dargestellet, daß derTeufel nur uns zuplage nach seinem Willen, und also seine Lustund Freude an uns habe. Und was ist aller Menschen Leidengegen Christi Angst und Kampf, da er für dich Blut gefchwitzethat? Dahin weise den Teufel, so dich plaget, mit allen seinenAnfechtungen, und laß ihn mit ihm disputiren und sagen, wasdie rechten hohen Anfechtungen, Todeskampf und der Höllen Angstsei) :c. Tröste dich aber deß, daß du auch mit an den Reihen ge-hörest derer, so in Gemeinschaft des Leidens mit dir gewest undnoch sind, und bis an den Jüngsten Tag seyn werden. O, dieserist ein schöner, herrlicher Haufe, alle unter einem Herrn undHaupt, welcher ist der Herr, der dem Teufel und seiner gantzen