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8 (1928)
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247
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Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis.

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der ergäntzet muß werden. Aber, weil ihr noch in der Welt lebet'seyd ihr noch in aller Gefahr. Denn ihr seyd noch mit dem Leibein des Mörders Haus und Herberge; darum müsset ihr euch wohlfürsehen, daß er euch nicht wiederum tödte und morde die Seelen,so in diesem sterblichen Leibe wohnen. Es soll euch keinen Scha-den thun, daß die Seele ist verderbet gcwest, und der Leib nochdem Tode unterworfen ist; denn ich lebe, (spricht Christus, Joh.14, 19.) und ihr sollt auch leben; allein, daß ihr darob kampsset,damit ihr in der Wahrheit und Leben bleibet; dazu seyd ihr ge-setzet, weil ihr hier auf Erden lebt, sonst wäret ihr schon im Pa-radies. Aber der Teufel ist noch nicht gar zur Strafe seiner Ver-dammniß verflossen, bis an den Jüngsten Tag, da er endlich wirdaus den Lüsten und von der Erden in Abgrund der Höllen gewor-fen, nicht mehr wird können uns anfechten, und keine Wolcke nochDecke mehr zwischen uns und Gott samt den Engeln seyn wird.Damit ihr nun, spricht er weiter, von seinem Mord einmal er-rettet, euer angefangen Leben vor ihm behalten mögct: so müssetihr nüchtern seyn und wachen, nicht allein mit dem Leibe, son-dern vielmehr nach dem Geist und Seele. Denn wiewohl es wahrist, daß ein Ehrist, der dem Teufel widerstehen soll, auch mußleiblich nüchtern seyn (denn eine volle Sau und Trunckenbold kannnicht wacker seyn, noch dencken, sich wider den Teufel zu wehren):aber doch muß sich ein Ehrist vielmehr hüten, daß die Seele nichtschläfrig noch truncken sey. Denn wie die Seele auch vom Leibebeschweret wird, wo er mit Trunckenhcit überladen ist: also wie-derum, wo die Seele wacker und nüchtern ist, da wird auch derLeib maßig und geschickt, Gottes Wort zu hören. Aber wo derLeib in Füllerey liegt, da muß zuvor die Seele ein Trunckenboldseyn, so Gottes Wort und das Gebet nicht achtet; und wo dicsel-bige in solcher Sicherheit truncken und ersoffen ist, so hilft es nicht,ob schon der Leib mit grosser mönchischer Eartheuser und Einsied-ler strengem, hartem Fasten und Easteyen ihm selbst wehe thut.Darum verbeut hier St. Petrus über leibliche Füllerey auch derSeelen Trunckenheit, da der Mensch dahin gehet in fleischlicherSicherheit, ohn alle Gedancken und Sorge, wie er Gottes Worthabe und behalte, nichts fraget, weder nach Gottes Zorn, nochGnade, und dazu sich laßt voll schütten der süssen Gifft der fal-schen Lehre, damit der Teufel durch seine Rotten die Leute vollstecket, daß sie gar starren, den Glauben und rechten reinen Ver-stand und Sinn verlieren, darnach von solcher Füllerey übergehenund in die andern köcken und speyen.