Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
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246
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246 Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis.

in einen harten Streit, da ihr müsset um euch sehen, wacker undgerüstet zur Gegenwehre stellen. Denn ihr habt einen Feind undWidersacher, der nicht gering oder zu verachten ist, sondern starck,machtig, und dazu böse und grimmig ist, sichtet nicht mit Steinund Holtz, Felsen und Baume umzureissen, sondern meynet euchChristen, und nicht laß noch müde wird, sondern ohne Feyrenund Aufhören euch nachjaget; nicht allein, daß er sehe, was ihrmachet, oder etwa Verdruß und Schaden thue, der zu überwindensey, sondern begehret euch gantz und gar zu verschlingen. Denndas sind allein seine Gedancken und Anschlage, daß er den Men-schen morde und umbringe, beyde, geistlich und leiblich, wie eram Anfang der Menschen, da er geschaffen war, in Tod geführetund geworfen hat. Das treibt er auch noch greulich und schreck-lich in der Welt an denen, so nicht an Christum glauben, undhöret nicht auf bis an den Jüngsten Tag. Da stehet man, wieer rumoret ohn Unterlaß, öffentlich wütet und tobet wider diegantzc Christenheit durch Türcken und andere Tyrannen und gott-lose Leute, ohne was er sonst insonderheit für Jammer und Mordanrichtet, daß er die Leute verblendet, besitzet und treibet, daß sieihnen selbst leid thun, oder andere ohne alle Ursache ermorden,und sonst zu bösen, schandlichen Fallen in Unglück und Jammerbringet. Und Summa, die Welt ist nichts anders, denn desTeufels Mordgrube, beyde, in geistlichem und leiblichem Regimentund Sachen. Und wiewohl Gott, dem leiblichen Mord etwas zuwehren und steuren, hat weltliche Obrigkeit, Vater und Mutterund andere Herrschaft geordnet, welche sollen auch in solchem Amtnüchtern, wacker und fleißig seyn, dafür wir auch Gott danckensollen, und bitten, daß er dieselbige helfe erhalten, (denn sonstWare gar kein Friede und allenthalben eitel Morden auf Erden);aber doch, damit ist noch nicht dem rechten grossen Morden desTeufels gewehret, so er thut an denen, die ohne Gottes Wortund Glauben sind. Darum gehöret hiezu eine andere Wehre undSchutz, und eine andere Nüchterkeit und Wachen, daß man fürdiesem blutgierigen Mörder möge unbeschadiget und unverschlungenbleiben. Davon redet hier St. Petrus mit dem Häuflein derChristen, und spricht: Ihr scyd nun durch Christi Blut und Toddes Teufels Lügen und Mord entlausten, lebendig gemacht undins himmlische Wesen gesetzt, gleich euren lieben Vätern Adam,Habel w., die nicht mehr unter der Lügen und Mord sind, sondernin Christo leben, obwohl der Leib eine Zeitlang in der Erden liegt,und Wahrheit und Leben, bevde, an ihrem Leib und Seele, wie-