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8 (1928)
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245
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Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis, 245

hin und wieder darnach gelauffen, und doch nirgend gefunden wird,denn in Gottes Wort, das uns Heisset unsere Sorge und Anliegenauf Gott werfen, und so daselbst Friede und Ruhe suchen.- also,daß wir alles, was uns drücken und ängsten will, auf ihn wer-fen; denn er will die Sorge in unserm Hertzen nicht haben, wiesie auch nicht drein gehöret, sondern vom Teufet darein gesetzetwird. Darum kann ein Christ, wenn er gleich allerley Hinder-niß, Anfechtung und Unglück leiden muß, fröhlich hindurch gehen,und spricht: Lieber Herr Gott, du hast mir so befohlen, zu glau-ben, zu lehren, regieren und zu thun; das will ich auf deinen Na-men wagen, und dir lassen befohlen seyn, was mir darob wider-fahren mag zc. und ist also ein Mensch, der da tüchtig ist zuallen Sachen, uüd kann viel Gutes schassen und thun. Denn erist des grossen Unglücks los, und hat den schweresten Stein Gottauf seinen Hals gelegt, da ein anderer dagegen nichts schaffet,denn, daß er sein Hertz voll Angst und Unmuths machet, kann zukeinem guten W^rck kommen, wird ein untüchtiger Mensch, beyde,zu thun und zu leiden, fürchtet sich vor allen Büschen, oder ausVerdruß oder Ungeduld nichts rechts thun kann.

Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, derTeufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, undsuchet, welchen er verschlinge, welchem widerstehet starckim Glauben.

Er hat gelehret zwen Stücke, so des gantzen Christlichen Le-bens Uebung seyn sollen, nemlich von Christlicher Demuth, welcheist Gottesfurcht, und vom Glauben und Vertrauen zu Gott. Hiervermahnet er auch zum Streit und Kampf, daß man solches er-halten möge; denn er zeiget uns, daß wir einen Feind und Wider-sacher haben, der da trachtet, unfern Schatz uns zu nehmen, undum unser Heil und Seligkeit zu bringen. Darum will er sagen.-Trachtet nicht darnach, wie ihr hier auf Erden hoch fahret, odereuch selbst versorget; sondern dencket, daß ihr vor Gott euch de-müthiget und ihm vertrauet, und lasset das eure Sorge seyn, daßihr Key solcher Gnade bleibet, und euch nicht lasset davon reisten;denn der Teufel stehet darnach, und ist der, so solche verboteneSorge und daher allen Ungehorsam wider Gott anrichtet, daß ereuch den Glauben und Gottes Wort aus dem Hertzen reiste.Darum müsset ihr nicht solches aus der Acht lassen, und dieweilnach anderm trachten, oder sicher dahin gehen, schlafen undschnarchen, als hättet ihr keine Gefahr mehr; sondern ihr müssetwissen, daß ihr alhier nicht in Rosengarten gesetzt seyd, sondern