Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis, 243
Schrecken herunter geworfen liegen, nicht darum verzagen sollen,oder vor Gott fliehen, sondern sich wieder aufrichten und vonGottes wegen trösten lassen. Denn das will er auch angezeigetund gcprediget haben, daß er nicht darum mit seiner Hand unsangreisset, daß wir darunter verderben, verdammt oder verlorenwerden; sondern darum muß ers thun, daß er uns also zur Bussebringe, sonsten würden wir nimmermehr nach seinem Wort undWillen fragen, und, so wir Gnade suchen, uns wieder aufhelfe,Vergebung der Sünde, Heiligen Geist und ewiges Leben gebe.
Er wird euch, spricht er, erhöhen zu seiner Zeit. Denn obsichs schon verzeucht, und die Gedemüthigten und Leidenden düncket,allzu lange gedrücket werden unter Gottes Hand, daß sie schierdarob verschmachten - so sollen sie doch wider solch ihr Fühlen dieVerheissung ansehen, daß er sie nicht will höher noch langer lassenversucht werden, wie St. Paulus sagt, 1. Cor. 10, 13, denn sieertragen können, sondern ihr Russen und Schreyen hören und zurechter Zeit helfen; deß sollen sich diese gewißlich trösten.
Alle eure Sorgen werfet auf ihn; denn er sorget für euch.
Das ist ein kleiner Spruch des 55. Psalms, 23, und Heissetalso- Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen,und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen w. Alsothut ihr auch, lasset euer Anliegen nicht auf euch selbst liegen; dennihr könnets nicht ertragen und müsset darunter endlich untergehen,sondern gebt und werft es von euch Gott heim, getrost und mitallen Freuden, und sprecht: Himmlischer Vater, du bist je meinHerr und Gott, der mich geschaffen, da ich nichts war, dazu micherlöset hast durch deinen Sohn. Nun hast du mir diß oder jenesAmt und Werck befohlen und ausgeleget, da gehet es nicht, wieich will, und ist so viel, das mich drücken und angsten will, daßich bey mir selbst weder Rath noch Hülfe finde; darum lasse dirauch solches befohlen seyn, gib du Rath und Hülfe, und sey selbstalles in diesen Sachen ic. Solches gefallet Gott wohl, und sagtuns, daß wir sollen nur thun, was uns befohlen ist, und ihmlassen die Sorge, wie es hinaus gehen soll, und was wir ausrich-ten werden. Wie auch andere dergleichen Sprüche sagen, als Ps.37, 5: Befihl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn, erwirds wohl machen ic. Denn kein Heyde, Philosophus, Jurist,so er nicht auch Gottes Wort hat, kann seine Sorge und An-liegen von sich auf Gott werfen, sondern mennet alle Welt, son-derlich die Grossen, Weisen, die da regieren sollen, sie müssenselbst mit ihren Sorgen und Fürsichtigkeit alles ausrichten; und
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