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Predigt am dritten Sonntage nach Trinitatis.1. Pet. s, s — 11.
Eine vermahnmlg zur Demuch, zum Glauben und Venrauenauf Gorc, und zum Rampf Wider den Teufel.
Aiß ist das letzte Stück und Beschluß der Epistel St. Petri; esist aber auch eine Vcrmahnung zu guten Wercken, so ein Christoder Glaubender haben und üben soll. Und sonderlich werden indieser Epistel vier besondere Stücke erzehlet, welche auch vier gutePredigten geben.
Das erste, von der Demuth.
Der Apostel hat nächst zuvor die Aeltesten, das ist, Pfarr-herrcn und Prediger, so die Kirche regieren sollen, vermahnet, wiesie mit ihrem Leben ein Fürbild der Heerde seyn sollen, und sichihres Amts nicht überheben, als waren sie Herren über sie, son-dern damit den andern dienen sollen. Also vermahnet er hie auchden andern Haufen, sonderlich das junge Volck, daß siesollen denEltern unterthan scpn, und insgemein alle unter einander gegeneinander Demuth und, wie St. Paulus sagt, ein jeder dem an-dern Ehre erzeigen. Denn biß ist die feineste, lieblichste Tugendder Liebe, und die nöthigste unter den Leuten, Friede und Zuchtzu erhalten, sonderlich aber die Jugend zieret und wohl anstehet,vor Gott und den Menschen lieb und Werth machet, und bringetviel guter Früchte. Darum vermahnet St. Petrus beyde, die imPredigtamt sind, und andere Christen, die da etwas sind undhaben, von Gott ihnen gegeben, daß sie bleiben bey ihrem Berufund Amt, und dasselbe mit Demuth führen, gerne andern gehor-chen und dienen. Denn hier ist biß Laster am allerschadlichstender Christenheit; denn derselben gantzes Regiment, Leben und We-sen ist also von Gott geordnet, daß hier niemand soll wollen überandere hochfahren, herrschen und sich selbst erheben, wie der Pabst,als der rechte Antichrist, in seinem Regiment gethan, sondern inallen Standen, Aemtern und Wercken eitel Demuth und WerckeChristlicher Liebe und Dienst unter einander seyn soll., St. Pe-trus brauchet eines besondern Worts, so er spricht: Haltet vest ander Demuth. Das heißt also halten, als aufs vesteste zusammenund aneinander verknüpfst und verbunden, oder wie ein Kleid