Druckschrift 
8 (1928)
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228
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228 Predigt am Sonntage Trinitatis.

sagen, daß Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist sinddrey unterschiedliche Personen, doch in einem einigen göttlichenWesen. Denn wir beten je nicht drey Götter an, wie die Jüdenund Türckcn unser spotten, sondern nur einen einigen Gott, wel-chen uns die Schrift fürmahlet, daß es drey Personen sind, unddoch nur ein einiger Gott. Als, da Christus spricht zu Phi-lippe, Zoh. 14, 9: Philippe, wer mich stehet, der stehet auchmeinen Vater, da setzt er sich mit dem Vater in ein einiges, glei-ches, göttliches Wesen (eben wie St. Paulus, Col. 1. 15., daer ihn ein Ebenbild Heisset des unsichtbaren Gottes, und dennochzeiget, daß es sind zwo unterschiedene Personen, der Vater istnicht der Sohn, und der Sohn ist nicht der Vater, und sind den-noch ein einiger Gott.) Solcher Sprüche (sage ich,) sind hinund wieder viel mehr, dadurch die heiligen Vater diesen Artickelritterlich erhalten haben wider den Teufel und die Welt, bis erzuletzt auf uns geerdet ist. Ob es nun die Vernunft für Narr-heit halt, was fragen wir darnach? Denn es ist keine Kunst,in solchen Sachen klügeln; ich könnte es sonst auch, sowohl alsandere. Aber, Gott Lob, ich habe die Gnade, daß ich hier nichtviel begehre zu disputiren, sondern, wenn ich weiß, daß es Got-tes Wort ist, und Gott also geredt hat- so frage ich darnachnicht weiter, wie es könne wahr seyn, und lasse mir allein andem Wort Gottes begnügen, es reime sich mit der Vernunft, wiees wolle. Also sollte ein jeder Christ auch thun in allen Artickelnunsers heiligen Glaubens, daß man nicht viel darüber klügele unddisputire, obs auch möglich sey, sondern allein dahin sehe undfrage, ob es Gottes Wort sey. Ist es sein Wort, daß ers ge-sagt hat- so verlaß dich gewiß darauf, er wird nicht lügen, nochdich betrügen, ob du schon nicht verstehest, wie oder wenn. Da-rum, weil wir Gottes Wort von diesem Artickel der heiligen Drey-faltigkeit gewiß haben, und die heiligen Vater von Anfang derKirche i'hu so ritterlich wider allerley Rotten erstritten und erhal-ten haben: soll man hievon nicht disputiren, wie es zugehe, daßGott Vater, Sohn, Heiliger Geist, ein einiger Gott sey, dennsolches ist doch unbegreiflich, und lasse ihm gnügen, daß Gott vonihm selbst so redet und zeuget in seinem Wort. Der weiß besser,was er ist, und wie von seinem Wesen zu reden sey, denn du ge-dencken kannst. Und was unterstehest du dich, biß hohe, unbe-greifliche, göttliche Wesen so eigentlich zu fassen und zu wissen, sodu doch um dein selbst Leib und Leben nichts weißt. Du weißtnicht, wie es zugehet, daß dein Mund lachet, daß deine Augen