Predigt am Sonntage Trinitatis.
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der Vater nicht der Sohn sey, und dennoch der Sohn in Ewig-keit vom Vater geboren sey, und der Heilige Geist von Gott Va-ter und Gott Sohn ausgehe, und also drey Personen sind, unddennoch nur ein Gott. Denn was Moses von Gott saget, dassaget auch St. Paulus von Christo. Auf diese Weise redet St.Paulus, Apg. 20, 23., da er die zu Mileto gesegnet, und diePfarrherren, so er zusammen hatte lassen fordern, ihres Amtsvermahnet, und spricht also.- Habet acht auf euch selbst und aufdie gantze Heerde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzet hatzu Bischoffen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er (Gott) durchsein eigen Blut erworben hat ic. Das ist ja auch ein klarerText, daraus ohn alle Widerrede folget, daß unser Herr Christus,durch deß Blut die Kirche erworben ist, sey Gott, deß die Kircheist. Denn er saget klarlich: Es sey Gott, der durch sein Blutdie Kirche gewonnen habe, und deß die Kirche eigen ist. Weilnun, wie wir gehöret haben, die Personen unterschieden sind, undgleichwohl hier stehet, daß Gott selbst durch sein Blut die Kircheerworben habe: schleußt sichs gewaltiglich, daß Gott ein eigenBlut habe, das er für seine Kirche vergossen habe, das ist, daßChristus, unser Seligmacher, wahrer Gott sey, von Gott demVater in Ewigkeit geboren, darnach auch von der JungfrauenMaria zeitlich Mensch worden und geboren. Denn, so diesesBlut (das ist ja eines natürlichen Menschen leiblich, greiflich,rothfarben, vergossen Blut,) soll wahrhaftig heissen Gottes Blut,so muß dieser Mensch wahrer Gott seyn, eine ewige, allmachtigePerson, des einigen göttlichen Wesens, davon man mit Wahr-heit sagen könne: Diß Blut, aus der Seiten des gecreutzigtenChristi geflossen und auf die Erde vergossen, ist nicht eines schlech-ten, lautern Menschen (wie der andern), sondern Gottes eigenesBlut. Denn St. Paulus solches nicht redet aus Leichtfertigkeit,sondern in der allerhöhesten Sache, und mit grossem Ernst solcheVermahnung thut, daß er uns wohl erinnere des hohen Amts,die Kirche zu regieren und weiden mit Gottes Wort, damit wirnicht einen Schertz daraus machen, sondern wissen, das es vorihm so theuer und groß ist, so theuer ihm ist seines lieben Soh-nes Blut, welches alle Creaturen nicht vermögen zu bezahlen,und so wir in solchem Amt unfleissig, oder untreu sind, daß wiruns versündigen und schuldig machen an dem Blut Gottes, daßes umsonst für die Seelen, denen wir vorstehen sollen, mußvergossen seyn. Dergleichen Sprüche sind viel mehr, und sonder-lich im Evangelio Johannis, da man nicht fürüber kann, sondern muß