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Predigt am Sonntage Trinitatis.
der» auch nicht rein noch ftuchtbarlich gehandelt werden; denn dieandern Feste im Jahr wickeln unfern Herrn Gott ein in seineWercke und Wunder, die er gethan hat; als, in den Weihnach-ten Christi begeht man, daß Gott ist Mensch worden; am Oster-lage, daß er ist von Tobten auferstanden; am Pfingsttage, wie erden Heiligen Geist gegeben und die Christliche Kirche angerichtethat, und so fortan- daß alle andere Feste von unserm HerrnGott so predigen, wie er bekleidet ist etwa mit einem Werck.Aber biß Fest halt uns für, wer er an ihm selbst sey, ausser allenKleidern, oder Wercken, bloß an seinem gottlichen Wesen. Damuß man hoch über alle Vernunft kommen, alle Creaturen hie-nicden lassen, und allein hören, was Gott von ihm selbst sagtund von seinem innerlichen Wesen, sonst werden wir es nicht er-fahren. Da flössen sich denn mit einander Gottes Thorheit undder Welt Klugheit. Denn die Welt, wenn sie höret, daß Gottalso von ihm selbst redet, daß er ein einiger Gott sey, unddoch drey unterschiedliche Personen : halt sie es für gar eine ärger-liche, thörichte Predigt, und alle, die der Vernunft folgen, undsolches hören, achten die Leute, so solches glauben und lehren, fürlauter Narren. Daher dieser Artickel von der Apostel und VaterZeit bis auf diesen heutigen Tag stets ist angefochten worden, wiedenn die Historien zeugen, und sonderlich das Evangelium St.Johannes, welches er auch allein zur Bekräftigung dieses Ar-tickels hat schreiben müssen wider Eerinthum, den Ketzer, der nochbey Leben der Apostel bald anfing, und aus Mose beweisen wollte,es wäre nur ein Gott, darum könnte unser Herr Jesus Christusnicht wahrhaftiger Gott seyn, denn Gott und Mensch reimetesich nicht zusammen; plauderte also aus der Vernunft daher, undmeynete, wie ers könnte erdencken, so sollte es droben im Him-mel zugehen und nicht anders. Aber pfui dich an, du schändlicheVernunft! Wie kommen doch wir elenden, armen Menschendazu, die wir nicht wissen, wie unser eigen Reden, Lachen oderSchlafen zugehe, welche natürliche Wercke wir doch täglich trei-ben und fühlen; und wollen dennoch von Gott reden, wie es inseinem göttlichen Wesen stehe, ohn Gottes Wort, allein aus un-serm eigenen Kopf? Ist das nicht Blindheit über alle Blindheit,baß ein Mensch, der nicht das geringste Werck, so er an seinemLeibe taglich stehet, kann aussprechen, sich noch unterstehet, daszu wissen, das ausser und über alle Vernunft ist, und davon al-lein Gott selbst kann reden, und darf so freventlich heraus plum-pen und sagen, Christus sey nicht Gott! Zwar, wenn es nach