Prediflt am Sonntag? Trinitatis. 223
ihre Anfechtung und Traurigkeit klagen, und ist also der HeiligeGeist wohl ihnen selbst nach ihrem Fühlen verborgen, ohn daß ersie durchs Wort und Glauben in Anfechtung starcket und erhalt.Darum wird der Heilige Geist niemand gegeben, denn eben denen,die da stehen in Betrübnis und Angst; da schaffet das EvangeliumNutz und Frucht. Denn diese Gabe ist zu hoch und edel, darumwirft sie Gott nicht vor die Hunde und Saue, welche, wenn sieschon darauffallen, daß sie es hören predigen, so fressen sie es,und wissen nicht, was sie fressen. Es müssen solche Hertzen seyn,die da fühlen und sehen ihr Elend, und nicht heraus können kom-men; denn es muß gezappelt seyn, soll der Heilige Geist kommenund helfen, und solls ihm niemand in Sinn nehmen, daß es an-ders werde zugehen. Das sehen wir auch hier in dieser Historie.Die lieben Jünger waren bis daher gesessen in Furcht und Schre-cken, und waren noch ungetrost, war auch noch kein Muth da,lagen noch im Unglauben, daß sie gleich verzagten- daß Christusviel Mühe und Arbeit mit ihnen hatte, daß er sie wieder aufrich-tete; und war doch kein ander Gebrechen da, denn ihr eigen blö-des Hertz, daß sie fürchteten, der Himmel fiele auf sie, daß sie derHerr selbst nicht genug trösten könnte, so lange, bis er zu ihnensagt: Der Heilige Geist soll zu euch vom Himmel kommen; derwird euch in euer Hertz drücken, daß ihr mich erkennet, und dar-nach auch durch mich den Vater; so wird denn euer Hertz getrostUnd gestarcket und voll Freuden werden, wie denn solches heutean ihnen erfüllet ist.
Predigt am Sonntage Trinitatis.Röm. 11, 33 — 36.
Von dein Artickel von der Heiligen Dreieinigkeit.
Ä8eil dieses Fest fordert, die Leute zu unterrichten, erinnern undstarckcn im Glauben des Artickels von der Heiligen Dreyfaltigkcit,wollen wir abermal etwas davon reden. Denn wo man in die-sem nicht recht unterrichtet und gegründet ist, so können die an-