Druckschrift 
8 (1928)
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225
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Predigt am Sonntage Trinitatis, 225

Gutdüncken in solchen Sachen gälte zu reden, wollte ichs auchwohl können; aber, wenn man schon lange und scharf darnachgedacht hat, und hält es gegen der Schrift, so hält es den Stichnicht. Darum müssen wir von solchen Sachen reden (oder jehinnach stammlen), wie uns die heilige Schrift vorsagt, daß Je-sus Christus wahrhaftiger Gott sey, und doch nicht drey Götteroder drey göttliche Naturen sind, wie etwa drey Brüder, drey En-gel, drey Sonnen, oder drey Fenster seyn können; denn so sindsie nicht zertrennet, sondern es ist ein einiges göttliches Wesen,, da man sie im Wesen nicht kann theilen, und sind dennoch un-terschiedene Personen. Denn also spricht St. Paulus von Christo,Ebr. 1, 3: er ist das Ebenbild seines Wesens ?c., item, Coloss. 1,15: Welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, und derErstgeb-orne vor allen Creaturen. Diese Worte soll man stehenlassen, wie sie stehen, nemlich, daß er alle Creatur, Engel undMenschen, und was es ist, unter Christum setzet. Wo dasselbigegeschieht, so muß eitel Gott da seyn; denn ausser der Creatur istnichts, denn Gott selbst, daß es also gar ein Ding sey, und ebenso viel gesagt: Christus ist der Erstgeborne vor allen Creaturen,als, wenn man schlecht sagt, Christus ist wahrhaftiger, ewigerGott. Und daß es ja gewiß genug sey gefasset, setzet er dazu:Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Ist er ein Eben-bild Gottes, so muß er eine Person seyn, unterschieden von dem,deß Ebenbild er ist, und doch in einem einigen göttlichen Wesen mitdem Vater: also, daß er und der Vater nicht eine, sondern zwo Per-sonen sind, sonst Hiesse es nicht ein Ebenbild göttliches Wesens,wenn er nicht gleicher Gott wäre, sintemal keine Creatur kannseyn ein Bild des göttlichen Wesens, welches sie nicht in ihr hat.So könnte er auch nicht ein Ebenbild Gottes heissen, wo nichtunterschiedene Personen wären, eine deß, von dem das Ebenbildgehet, die andere deß, der das Ebenbild ist, das ist, (wie wirnach der Schrift klärer sagen), eine des Vaters, der zedieret inEwigkeit, die andere des Sohnes, der in Ewigkeit geboren wird,und doch beyde gleich ewig, mächtig, weise und gerecht. Darum,abschon die Jüden und Türcken unser spotten, als setzten wir dreyBrüder in Himmel: da liegt nichts an; ich könnte es auch wohlthun, wenn es spottens oder klügelns hier gälte. Aber sie thununs Gewalt, und lügen uns an. Denn wir machen nicht dreyMänner, oder drey Engel, sondern ein einiges göttliches Wesenund die einigste Einigkeit gegen allem, das hienieden ist: daß Leibund Seele nicht so einig beysammen sind, als Gott einig ist, und

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