Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
Seite
220
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Predigt am Wngstiage,

chet man einen Mosen und Menschentand aus ihm. Das machet,daß man nicht weiß, was der Heilige Geist sey, wozu er gegeben^ und was sein Amt sey. Darum so lasset uns lernen und je wohl

fassen, was es sey, daß man wisse sein Amt zu scheiden. Alsohörest du hier: Er kommt herab, und erfüllet die Jünger, dievorhin da fassen in Trauren und Furcht, und machet ihre Zun-gen feurig und zerspalten, entzündet sie, daß sie keck werden undfrey von Ehristo predigen, und sich vor nichts fürchten. Da ste-hest du ja klar, daß nicht sein Amt sey, Bücher schreiben, nochGesetze machen, sondern, daß er ein solcher Geist ist, der in dasHertz schreibet und schaffet einen neuen Muth, daß der Menschvor Gott fröhlich wird und Liebe zu ihm gewinnet, und darnachj 1 den Leuten mit fröhlichem Gemüthe dienet. Womit thut ers

aber, und was ist der Griff, den er dazu brauchet, daß er dasHertz also wandelt und neu machet? Damit thut ers, daß erverkündiget und prediget von dem Herrn Jesu Ehristo, wie Chri-stus selbst saget, Joh. 15, 26: Wenn der Tröster kommen wird,welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahr-heit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Nunhaben wir oft gehöret, daß das Evangelium sey, so Gott in dieWelt lasset predigen, und jedermann sagen, daß, weil niemanddurchs Gesetz möge fromm werden, sondern werden nur arger,derhalben habe er seinen lieben Sohn herabgesandt, daß er stürbeund sein Blut vergösse für unsere Sünde, welcher wir nickt könn-ten durch unsere Kräfte und Wercke ledig werden. Aber zu dem,daß solches geprcdiget wird, gehöret nun, daß es auch geglaubetwerde. Darum gibt Gott den Heiligen Geist dazu, der drücketsolcke Predigt ins Hertz, daß sie darinne hafftet und lebet. Dennes ist je gewißlich wahr, Christus hat es alles ausgerichtet, Sündehinwcggenommen, und alles überwunden, daß wir durch ihn sol-len Herren seyn über alle Dinge. Da liegt der Schatz auf einemHaufen; er ist aber darum nicht überall ausgetheilet noch ange-legen Darum, sollen wir ihn haben, so muß der Heilige Geistkommen, der uns ins Hertz gebe, daß wir glauben und sprechen:Ich bin auch der einer, der solch Gut haben soll. Wie denndurck das Evangelium einem jeden, der es höret, solche Gnadeangeboten und dazu beruffcn wird, wie er, Matth. 11, 28.,spricht; Kommt her zu mir alle, die ihr beladen seyd w. Wennwir nun solches glauben, daß uns Gott also geholfen und solchenSchatz gegeben hat: da kanns nimmer fehlen, des Menschen Hertzmuß lustig werden gegen Gott, und sich emporheben und sprechen.-