Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

5! Predigt am ersten Sonntage des Advents.

Dieser Segen, alda Abraha verheissen in seinem Saamcn, istnichts anders, denn die Gnade und das Heil in Christo, durchsEvangelium aller Welt vorgetragen, wie das auch St. Paulus,Rom. 4. und Gal. 4., ausstreicht; denn Christus ist der SaameAbraha, das ist, sein natürlich Fleisch und Blut, in welchem alledie gesegnet werden, die an ihn glauben und ihn anruffen. DieseVerheissung Gottes ist darnach durch die Propheten fast wohl ge-trieben und weiter ausgebreitet, und haben allesammt von derZukunft Christi, seiner Gnade, und Evangclii geschrieben, wie St.Petrus sagt, Apg. 3, 13. 24. Derselbigen göttlichen Verheissunghaben alle Heiligen vor Christi Geburt geglaubt, und sind also inund durch den zukünftigen Christum mit solchem Glauben behal-ten und selig worden, daß auch Christus dieselbige Verheissungnennet Abrahams Schooß, Luc. 16, 22, darinn alle Heiligennach Abraham, bis auf Christum, versammelt wurden. Dasmeynet nun hier St. Paulus, da er spricht- Unser Heil ist nunnaher, denn da wirs glaubten; als sollte er sagen - Die VerheissungGottes, zu Abraham geschehen, ist nun nicht mehr zukünftig zuwarten; sie ist erfüllet, Christus ist kommen, das Evangelium istaufgegangen und der Segen ist ausgetheilet in alle Welt, undist nun alles da, was wir gewartet und geglaubet haben in derVerheissung. Damit hat der Apostel beschrieben den geistlichenTag, davon er hernach sagt, welcher ist eigentlich der Aufgangund das Licht des Evangelii, wie wir hören werden.

Die Nacht ist vergangen, der Tag herbei) kommen. Das istaber so viel gesagt, als, unser Heil ist nahe. Denn Paulus mey-net mit dem Tag das Evangelium, welches ist ein Tag, der dieHertzen oder Seelen erleuchtet; darum, weil der Tag angebrochenist, so ist unser Heil nahe bey uns; das ist, Christus und seineGnade, Abraha verheissen, ist jetzt aufgegangen, geprediget inaller Welt, erleuchtet alle Menschen, wecket uns alle auf vomSchlaf und zeiget uns die rechten, ewigen Güter, daß wir mitdenenselbigen sollen zu schaffen haben und an dem Tage ehrbarlichwandeln. Wiederum, durch die Nacht muß man verstehen alleLehre, die nicht das Evangelium ist; denn es ist keine heilwärtigcLehre ausser dem Evangelio, es ist alles Nacht und Finsterniß.Und habt acht auf die Worte Pauli: so beschreibet er das aller-lieblichste und lustigste Stück des Tages, nemlich die liebe fröh-liche Morgenröthe und Aufgang der Sonne. Denn Morgenrötheist, wenn die Nacht hin und vergangen, und der Tag herbey kom-men ist; da sehen wir, daß von der Morgenröthe alle Vögel