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8 (1928)
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7
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Predigt am ersten Sonntage des Advents. 7

er todk. Zum andern, anstatt der wahrhastigen Dinge gehet erum im Traum mit eitel Bildern und unnützen Formen der wahr-hastigen Güter, und ist so narrisch, daß er meynet, es seyn rechte,wahre Güter; wenn er aber aufwachet, so fallen ab die Traum-bilder und werden zunichte; da sähet der Mensch an, mit rechtenDingen umzugehen ohne alle Bilder.

Also auch, geistlich. Der Mensch, der da lebet in einem gott-losen Wesen, der schlaft und ist gleichsam todt vor Gott, stehetnoch empfindet nicht die rechten geistlichen Güter, die ihm durchdas Evangelium werden angeboten und verheissen, laßt sie um-sonst vor ihm und um ihn her stehen; denn solche Güter lassensich nur mit dem Glauben der Hertzen sehen, sind auch noch ver-borgen. Jndeß aber menget er sich in die zeitlichen, vergänglichenGüter, Wohllust und Ehre, welche gegen das ewige Leben, Freudeund Seligkeit zu achten sind, gleich als die Traumbilder gegen dienatürlichen, leiblichen Creaturen. Und wenn der Mensch auf-wachet und den Glauben überkömmt, so fallet ab alles solchesvergänglich Ding, und wird erkennet, wie gar es nichts sey; da-von sagt Ps. 76, 6: Sie haben geschlafen ihren Schlaf, die Män-ner des Reichthums, und nichts funden in ihren Händen. UndPs. 73, 20: Gleichwie einen Traum, wenn einer aufwachet, alsowirst du ihr Bild zunicht machen in der Stadt. Und Es. 29, 8:Gleichwie ein Hungriger träumet, daß er esse, und wenn er auf-wachet, so ist seine Seele doch leer; und wie ein Durstiger träu-met, daß er trincke, und wenn er aufwacht, so ist er matt unddurstig: also wird seyn die Menge aller Völcker, die da fechtenwider den Berg Zion. Siehe da, ist das nicht nahe und schmäh-lich geredt von der Welt höchster Gewalt, Reichthum, Lust undEhre, daß es alles einem Traum und Traumbilde verglichen wird?Wer dürfte sagen, daß der Könige, Fürsten Reich, Güter, Lustund Gewalt Traumwerck sei), so sie doch darüber wüten und tobenauf dieser Welt? Es machet, daß sie schlafen und stehen nichtauf, sehen auch dieses Licht iwch nicht im Glauben.

Sintemal unser Heil nun näher ist, denn da wirs gläubeten.

Was ist das gesagt? Haben wir zuvor gegläubt, oder gläu-ben wir jetzt nicht? Hier ist zu wissen, wie St. Paulus, Rom.1, 2. 3, sagt, daß Gott durch seine Propheten in der heiligenSchrift verheissen hat das Evangelium von seinem Sohn, JesuChristo, unserm Herrn, wie durch ihn alle Welt sollte selig wer-den, als die Worte lauten, 1 Mos. 22, 18, zu Abraham: Indeinem Saamen sollen gesegnet werden alle Völcker auf Erden.