6 Predigt am ersten Sonntage des Advents.
Wercke unserer Finsternis und ansahen die Wercke unseres Lichts,dieweil unsere Nacht vergangen und unser Tag angebrochen ist.
Durch den Schlaf bedeutet er die Wercke der Bosheit undUnglaubens. Denn schlafen ist ein Werck, das da eigentlich geschiehet in der Nacht, und er selbst sich also auslegt, da er sagtLaßt uns ablegen die Wercke der Finsterniß. Also wiederum- auf-wachen und aufstehen, bedeutet die Wercke des Glaubens und derFrömmigkeit. Denn Aufstehen ist ein eigentlich Werck des Mor-gens und Tages; davon sagt er auch, 1. Thess. 5, 5 — 8- Lie-ben Brüder, ihr seyd nicht in der Finsterniß, ihr seyd alle Kinderdes Lichts und Kinder des Tages. Wir sind nicht der Nacht, nochder Finsterniß; darum laßt uns nicht schlafen, wie die andern,sondern laßt uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schla-fen, die schlafen des Nachts, und die da truncken sind, die sinddes Nachts truncken; wir aber, die wir des Tages sind, sollennüchtern seyn, angezogen mit dem Krebs des Glaubens und derLiebe, und mit dem Helm, der da ist die Hoffnung der Seligkeit.Denn Gott hat uns nicht gesetzt zu dem Zorn, sondern die Se-ligkeit zu erwerben durch Zesum Christum, unfern Herrn, der füruns gestorben ist, auf daß wir, es sey wachend, oder schlafend,mit ihm leben.
Hier ists offenbar, daß er nicht verbeut den natürlichenSchlaf, und doch das Gleichniß braucht vom natürlichen Schlafund Wachen zu dem geistlichen Schlaf und Wachen, das ist, wohlund übel leben. Und küctzlich ist- aufstehen vom Schlaf, so vielgesagt, als daß er sagt, Tit. 2, 1l. 12- Es ist erschienen dieheilsame Gnade unsers Heilandes, und lehret uns, daß wir sollenabsagen dem gottlosen Wesen und weltlichen Lüsten, und nüch-tern, rechtfertig, züchtig, gerecht und gottselig leben auf dieserWelt, und warten aus die selige Hoffnung und Zukunft des gros-sen Gottes, unsers Heilandes, Jesu Christi. Das Absagen desgottlosen Wesens und der weltlichen Lüste nennet er hie aufstehenvom Schlaf, und das nüchtern, rechtfertig, göttlich Leben nenneter hier wachen und Waffen des Lichts anlegen. Das Erscheinender Gnade ist der Tag und das Licht, wie wir hören werden.
Nun siehe zu, wie sich natürlich und geistlich Schlafen miteinander gleichen. Wer da schlaft, der flehet noch empfindet derDinge oder Güter keines, die auf der Welt und um ihn her sind.Er liegt mitten unter den Dingen, als ein todter, unnützerMensch, der keinen Brauch noch Acht eines Dinges hat; und ober schon in ihm selbst lebet, so ist er doch allen Dingen, als wäre