Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
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Predigt am ersten Sonntage des Advents,RSm. 13, 11 14.

Eine Reiyunc? und Vermahnung zu gucen Ivercken.

Seiest Epistel lehret nicht vom Glauben, sondern von den Werckenund Früchten des Glaubens, und zeiget an, wie ein ChristlichLeben soll ausserlich nach dem Leibe auf Erden unter den Men-schen sich halten. Denn, wie im Geist und vor Gott der Menschsoll wandeln, lehret der Glaube, von welchem er vor dieser Epistelreichlich und gantz apostolisch schreibet und lehret. Und wenn wirdie Epistel eben ansehen, so lehret sie nicht, sondern reihet, ver-mahnet, treibet und wecket auf, die da schon wissen, was sie thunsollen. Denn St. Paulus theilet das Predigtamt in zwey Stücke,Rom. 12, 7. 8: Lehre und Vermahnen. Lehre ist, so man pre-diget, das unbekannt ist, und die Leute wissend oder verstandigwerden. Vermahnen ist, so man reiht und anhält an dem, sojedermann schon wohl weiss Beyde Stücke sind noth einem Pre-diger, darum sie auch beyde St. Paulus übet.

Darum auch, daß die Vermahnung desto starcker sey undlieblich eingehe, brauchet er viel hübsche, verblümte Worte, undmachet eine feine, buntfarbe Rede, nennet den Schlaf, Finster-nis, Licht, Auswachen, Waffen, Werck, Tag und Nacht; dassind eitel verblümte Worte, durch welche etwas anders verstan-den wird, denn ihre Art und Natur gibt. Denn er redet ja nichtvon natürlicher Nacht, Tag, Finsterniß, Licht, Wachen, Schla-fen, Waffen und Wercken, sondern bildet uns für durch solch na-türlich Wesen ein Gleichniß, damit er uns reihe und führe in un-ser geistlich Wesen-, als wollte er sagen.- Ihr sehet, daß die Men-schen um zeitlichen Guts willen aufstehen vom Schlaf, und derFinsterniß Werck ablegen und sich des Tages Werck annehmen,wenn die Nacht vergangen und der Tag herbey kommen ist; wievielmehr sollen wir aufwachen von unserm Schlaf, abwerfen die