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7 (1828)
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27
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v. M. Luthers Auslegung des Vater UnserS :c. 27

^7'5 haben, sintemal wir allererst darum bitten. Denn vor GottesAugen hilft nicht heucheln oder spiegelfechten; sondern, wie man'^5 bittet, so muß es auch gründlich wahr seyn.

Dieweil denn wir bis an unser Ende biß Gebet beten müs-stn, so folget, daß wir auch bis an unser Ende erfunden und be-schuldiget werden, als die Gottes Willen ungehorsam sind. Wermag denn nun hoffartig sepn oder bestehen vor seinem eignenGebet, darinne er findet, daß Gott, so er wollte der Gerechtigkeit/ nach mit ihm handeln, in aller Billigkeit, als einen Ungehorsa-

" men, durch seinen eignen Mund bekannt und überzeugt, alle Au-

genblick verdammen und verwerfen mochte? Also wirckt diß Ge-.'li, het eine gründliche Demüthigkeit und Furcht Gottes und seinesiOzst Urtheils, daß der Mensch froh wird, daß er Gottes Gerichte nurentfliehet, und aus lauter Gnaden und Varmbertzigkeit behaltenOtch, werde. Das heißt gerichtet sich selbst, und Gericht geübt vorGottes Augen, sich gründlich erkennen und beklagen, wie denndiß Gebet ausweiset.

Zum andern, die Gerechtigkeit ist, wenn wir uns selbst alsogerichtet und erkannt haben, daß wir denn nicht verzagen vordem Gerichte Gottes, daß wir uns schuldig erfinden durch Anzei-tAA« gung dieses Gebets, sondern zu Gottes Gnade Zuflucht haben,Mit!?» und in ihm vestiglich vertrauen und bitten, er wolle uns erlösent/MM, von dem Ungehorsam und dem, daß wir seinen Willen nicht thun..Ä, Ä Denn der ist gerecht vor Gott, der seinen Ungehorsam und

AtiSKp Sünde, auch das verdiente Urtheil demüthiglich bekennet, undsliM darüber hertzlich Gnade bittet, und nicht daran zweifelt, sie werdeitimt; ihm gegeben. Also lehret der Apostel, Rom. 1, 17. Gal- 3, 11.,MM daß ein gerechter Mensch nirgend von andern, denn von seinemGlauben und Vertrauen in Gott bestehen möge, und also nichtB s«- seine Wercke, sondern die blosse Barmhertzigkeit Gottes sein Trostund Zuversicht ist.

Siehe nun, wie einen tapffern Schlappen gibt diß Gebetdiesem vergänglichen, elenden Leben, daß dasselbige nichts anders!zz«iid^ denn ein Ungehorsam göttliches Willens, und also ein gewis-

zzsliB> str Stand der ewigen Verdammniß, allein damit erhalten, daßs wir dasselbe erkennen, klagen, und dafür hertzlich bitten. Und

^ also diß Gebet und die andere recht bedachte, der würde für-'n ß- 'vahr eine geringe Lust zu diesem Leben haben. Wer aber Lust^ darzu hat, gibt zu verstehen, daß er das Paternoster und die Ge-

" y.i! fahrlichkeit seines Lebens gar nicht verstehet.

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