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7 (1828)
Entstehung
Seite
23
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I). M. Luthers Auslegung des Vater UnserS ec. 2Z

er sonst billig strafen würde. Die freyen Geister aber, denennicht viel daran gelegen, wo Gottes Reich bleibe, und nicht hertz-lich darum bitten, wird er fürwahr mit den Tyrannen und Vcr-störern seines Reichs nach der Scharfe richten.

Denn dieweil ein jeglicher diß Gebet muß beten, so folget,daß niemand unschuldig ist an Gottes Reich. Das zu verstehen,ist zu wissen, daß zwey Reiche seyn. Das erste ist ein Reich desTeufels, den nennet der Herr im Evangclio, Joh. 16, 11., einenFürsten oder König dieser Welt, das heißt ein Reich der Sündeund Ungehorsams. Das soll aber den Frommen gar ein grossesElend und Gefangniß seyn, wie denn siguriret ist vorzeiten durchdie Kinder von Israel in Egypten, die da mußten dasselbe Landmit grosser Arbeit und Jammer baue», und doch nichts davonhatten, denn daß man sie dadurch zu tobten gedacht, 2 Mos., 1«. ff.Also, wer dem Teufel unterlhan, dienet in Sünden, muß vielleiden, sonderlich im Gewissen, und doch zuletzt den ewigen Toddamit verdienet.

Nun sind wir alle in diesem Reiche also lange, bis dasReich Gottes kommet, doch mit Unterscheid. Denn die From-men sind also darinne, daß sie taglich mit den Sünden fechtenund des Fleisches Lust, der Welt Reihen, des Teufels Eingeben,stetig und vestiglich widerstreben. Denn, wie fromm wir sind,so will doch je die böse Lust in uns mit herrschen, und wolltegerne allein herrschen und Ueberhand haben. Also sichtet GottesReich mit des Teufels Reich ohne Unterlaß. Und dieselben wer-den darum behalten und selig, daß sie also streiten in ihnen selbstWider des Teufels Reich, um Gottes Reich willen zu vermehren.Und das sind die, die diß Gebet mit Worten, Hertzen und Wcr-cken beten. Also sagt der heilige Apostel Paulus, Rom. 6. 12,daß wir nicht sollen gestatten, daß die Sünde regiere in unsermLeibe, zu folgen seinen Begierden, als spräche er: Ihr werdet wolfühlen und haben böse Lust, Liebe und Neigung zu Zorn, zuGeitz, zu Unkeuschheit und dergleichen, die euch ziehen wollen indes Teufels Reich, das ist zu Sünden, da sie herkommen und selbstauch Sünde sind; aber ihr sollt ihnen nicht folgen, sondern fech-ten, und dieselbigen nachgelassene Verrather des alten TeufelsReich zwingen und dampffen, wie die Kinder von Israel denen Je-busitern und Amoritern thaten, und also Gottes Reich ineuch (das das rechte Gelobte Land ist,) mehren.

Die andern aber sind also darinne, daß sie Lust dazu haben,und folgen allen Begierden des Fleisches, der Welt, des Teufels,