Druckschrift 
7 (1828)
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

v. M, Luthers Auslegung des Vater Unsens !c> 17

tief die Gotteslästerung in diesen Geistern verborgen ist, die jedas sind und haben wollen, das Gott allein ist, das ist, Weis-heit, Gerechtigkeit, Name und Ehre.

Zum dritten, wenn sichs begibt, daß man sagt oder prediget,daß Gott die Ehre und der Name darum gebühre, daß er alleDinge schaffet, und alle Dinge sein sind, so sind sie gelehrter, dennalle Prediger, als denn der Heilige Geist selber, können auch je-dermann lehren, und dürfen nicht mehr Schüler seyn, sprechen:

0, wer weiß das nicht! und Haltens dafür, sie verstehen es fastwohl. Wenn es aber an ein Treffen gehet, daß man ihnen anihre Ehre redet, halt sie geringe oder veracht, nimmt ihnenetwas, oder sonst ihnen eine Widerwärtigkeit begegnet, siehe,alsbald ist die Kunst vergessen, und bringet der Dornbusch seineFrucht, die Stacheln und Spitzen. Da guckt der Esel mit seinenOhren durch die Löwenhaut, denn sie heben an: Ach Gott vomHimmel siehe herab, wie geschieht mir so groß Unrecht! Fallenin so grosse Thorheit, daß sie dürfen sagen, ihnen geschehe auchvor Gott unrecht.

Wo ist nun euer grosser Verstand, da ihr sagt, alle Dingesind Gottes und von Gott? O du armer Mensch! Ist es Gottesallein, warum soll ers denn nicht von dir unverhindert nehmen,geben, hin und her werfen? Ist es sein, so solltest du still stehen,und ihn lassen schaffen darinne, wie er wollte. Denn wenn erdas Seine nimmt, so geschieht dir nicht unrecht, wie der heiligeHiob sprach, da er alle Güter und Kinder verloren hatte, Cap.

1, 22: Gott hat es gegeben, Gott hat es genommen, wie esGott gefallen hat, so ist es geschehen, Gottes Name sey gebene-deyet. Siehe, das war ein rechter Mann, dem Niemand nichtsnehmen konnte, denn er nichts hatte, das sein war. Denn Gottspricht, Hiob 41, 2: Alles, was unter dem Himmel ist, das istmein, ich habe es geschassen. Was rühmest du dich denn desDeinen, und deß, daß dir Unrecht geschehe? Greift man an deineEhre, gut Gerüchte, Gut und was du hast, so greift man nichtin dein, sondern in Cbristi Gut. Und daß er dich dasselbe lehre,so füget er, daß dir genommen werde, was du meynest, es seydein, auf daß du erkennest, daß es nicht dein, sondern sein sey.Siehe, also findet man allezeit, daß Gottes Ehre und Namenicht lauter gesucht wird, und sonderlich die hoffartigen Heiligenje auch etwas seyn und haben wollen, das Gott allein zugehöret.

So sprichst du:

Wenn das wahr ist, so folget, daß niemand auf Erden Got-VII. 2