Druckschrift 
7 (1828)
Entstehung
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16
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v> M. Luthers Auslegung des Water Unsers ?c.

Siehe, der schädlichen, freyen, freveln, ungottesfürchtigenGeister ist jetzt die Welt voll, die durch ihr gutes Leben GottesNamen lästerlicher verunheiligcn, denn alle andere mit ihrem bö-sen Leben. Die Heisse ich die hoffartigen Heiligen und des Teu-fels Märtyrer, die nicht sind, wie andere Leute, gleichwie derGleisner im Evangelio Luc. 18, 11. Dieselben, gerade als wä-ren sie nicht Sünder und böse, wollen nicht leiden die Bösen undUngerechten, oder mit ihnen zu schassen haben, daß man ja nichtsage: O, gehet der mit solchen um, ich harte ihn viel frömmergehalten. Erkennen nicht, daß Gott ihnen vor andern darumhat mehr Gnade gegeben, daß sie mit denselben Gnaden dienensollen, und gleich wieder austheilen und wuchern mit derselbenGnade, das ist, sie sollten bitten für sie, helfen, rathen, undeben ihnen thun, wie ihnen Gott gethan hat, der ihnen dieGnade umsonst gegeben, und sie nickt verachtet noch gerichtet.So fahren sie zu, und behalten die Gnade nicht allein unfrucht-bar, sondern verfolgen auch damit die, denen sie damit helfensollten. Das sind, die die Schrift heißt, Ps. 18, 27., die Ver-kehrten.

Zum andern, wenn sie nun das alles hören sagen, daß Gottallein der Name und die Ehre gebühret, so stellen sie sich aberfein, und betrügen noch mehr sich selbst mit ihrem Schein, undsagen, in allem, das sie thun, wollen sie Gottes Ehre alleinsuchen, und dürfen wol schworen dazu, sie suchen nicht ihreEhre. So gar geistlich, gründlich, tief sind die böse. Aber mcr-cke auf die Frucht und Wercke, so wirst du finden, wenn ihrVornehmen nicht vor sich gehet, so erhebet sich eine Klage undWundern, daß niemand mag mit ihnen umkommen. Da fäh-ret heraus, daß sie nicht wohlthun, die sie hindern, und könnennicht vergessen solches Leides, ziehen an, daß man Gottes Ehreverhindert habe, und dem Guten widerstrebet, das sie gesuchtund gemeynet haben, und also ihr verflucht Richten und Asterre-den nicht lassen können. So stehet man denn, wie sie es ge-meynet haben, daß sie nicht darum zürnen, daß das Gut undGottes Ehre verhindert ist, sondern daß ihr Gutdüncken undMey-nuug nicht fortgangen ist, eben als könnte ihr Gutdüncken nichtböse seyn, und so gut sey, daß es auch Gott nicht verwerfen möchte.Denn wenn sie nicht selbst ihnen solches Gut zumässen, so wür-den sie wohl leiden, daß man ihre Meynung verhindere. Aberdie tiefe Hoffart will nicht böse noch närrisch gehalten seyn, dar-um müssen ihr alle andere Narren und böse seyn. Siehe, wie

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