228. An Heinrich Laube.
Paris, den 24. Mai 1845.
Liebster Laube!
Ich hätte Ihnen für die Thcilnahme, die Siemir in meinen Familiennöthcn bewiesen, längst ge-dankt; aber der Znstand meiner Angen erlaubt mirWenig nur zu schreiben, und ich bin überhauptseitdem sehr unpäßlich gewesen. Mein Übel ist eigent-lich eine Paralysie, welche leider zunimmt. Ich arbeitegar Nichts, kann keine sechs Zeilen hintereinanderlesen und suche mich zu zerstreuen; Herz und Magen,vielleicht auch das Gehirn, ist gesund.
Meine Familienangelegenheiten sind jetzt sohalb und halb in Ordnung, und wären sie es nicht,so würde ich mich doch in einem Augenblick, woich körperlich so bedenklich angegriffen, wenig darumbekümmern. Meine Stimmung ist eine heitere, jaeine lebenslustige, es fehlt mir nicht an Proviant,ja sogar an Glück, und bin obendrein verliebt —in meine Frau. Körperlich aber geht es mir hunds-föttisch schlecht!
Ich wollte nach den Pirenäen reisen, aber dasWetter ist zu schlecht, meine Augen würde späterdie Sonne zu sehr angreifen, und ich werde wohlbei Paris aufs Land gchn. Meine Frau, welche