214. An Julius Campe.
Paris, den 20. Februar 1844.
Liebster Campe!
Ihren Brief habe ich bereits vor acht Tagenerhalten, und auch heute bin ich noch nicht im Stande,Ihnen ordentlich zu schreiben. Denn seit zehn Tagenist mein schreckliches Augcnübel, schrecklicher als je, 'wieder eingetreten, und ich schreibe Ihnen diese Zei-len mit der größten Mühe; ich kann kaum die Buch-staben sehen. War just mitten in einer großen Ar-beit, als das Malheur wieder kam. Hab', seitdemich zurück, viel gearbeitet, z. B. eiu höchst humo-ristisches Reise-Epos^'), meine Fahrt nach Deutsch-land, ein Chklus öon 20 Gedichten, gereimt, Allesgottlob fertig; werde eine Portion Prosa hinzuschrei-ben und Ihnen also recht bald das uothweudigeBäudchen geben. Sic werden sehr mit mir zufrie-den sein, und das Publikum wird mich in meiner
Deutschland, ein Wintermärchcu.
Heine's Werke. Bd. XXI. 1