Druckschrift 
2 (1826) C und D
Entstehung
Seite
700
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Lichtstrahlen mehr bricht, als das Wasser, mul also in dieserHinsicht der Materie des Hydrophans näher sLclit als das Was-ser L

Nach diesen und ähnlichen Erfahrungen scheint cs aller-dings, als ob die Bedingung der Durchsichtigkeit darin besiehe,dafs die Einwirkung aller einzelnen Körpcrlhcilchcn auf das Lichtbeim Durchgänge durch den Körper völlig gleich oder doch sehrnahe gleich sey. Indefs ist cs wohl nicht das im Innern desKörpers rellcctirte Licht allein, was verloren gellt, sondern esscheint doch auch in dem eigenllicli sogenannten undurchsich-tigen Körpern eine Absorption des Lichtes, ein für unsern Ge-sichtssinn völliges Vcrlorcngelien des Lichtes, statt zu linden,über dessen eigentlichen Grund wir weiter nichts wissen; heidieser Absorption scheint wenigstens das mit Wärme verbunde-ne Lieht immer eine Erhitzung des Körpers liervorzubriiigen.

Hieran knüpft sich die Irage, welche der beiden Hypothe-sen, die man zur Erklärung der Phänomene des Eiclils aufge-stellt hat, die EmaiiationshypotJiese oder die Vibra-tionshypothese , am passendsten für dieErkliirung der Durch-sichtigkeit, sey. Jene nimmt an, das Licht bestehe aus Tlieil-clien, die vom leuchtenden Körper ausgeheu und mit grofserSchnelligkeit sieh forlhewcgen; diese dagegen sieliL die Erschei-nungen des Lichts als durch Schwingungen des Acthcrs licrvor-gebracht an. lene also ist genöLliigt anzunehmen, dafs derdurchsichtige Körper, wie grofs seine Dichtigkeit auch immerscyn mag, die LichtIheilchen hindurch lasse; und mau hat esdieser Hypothese nicht ganz mit Unrecht zum Vorwurfe ge-macht, dafs sic ja die Körper als nach allen Richtungen durch-löchert betrachten müsse, und wenn sie gleich diese Löcher alssehr zart voraussetze, doch ihrer unendlich viele bedürfe, umden unzähligen Lichtslralilen Raum zu gehen. Aber ein gleichbedenklicher Vorwurf scheint auch die VibraLionshypolhese zu(reifen; denn wenn man annimmt, dafs der in den Poren desdurchsichtigen Körpers enthaltene Aether die Vibrationen lort-pllanze, so läfst sich der eben erwähnte Vorwurf auch gegendiese Hypothese auwenden; will man aber behaupten, dais dieMateriedes Körpers selbst in Vibrationen gerathe, die Vihralio-

1 Grons Journ. d. Physik. VII. 143.