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4 (1858)
Entstehung
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oftmals thätige Vulkane erheben, ohne daß diese letzteren dadurchauf irgend eine bemerkbare Weise angeregt werden. Bei dergroßen Katastrophe von Riobamba haben sich der nahe VulkanTungurahua und der etwas fernere Vulkan Cotopari ganzruhig verhalten. Umgekehrt haben Vulkane mächtige, lang-dauernde Ausbrüche dargeboten, ohne daß weder vorher nochgleichzeitig in der Umgegend Erdbeben gesuhlt wurden. Es sindgerade die verheerendsten Erderschütterungen, von denen dieGeschichte Kunde giebt und die viele tausend Quadratmeilendurchlaufen haben, welche, nach dem an der Oberfläche Be-merkbaren zu urtheilen, in keinem Zusammenhange mit derThätigkeit von Vulkanen stehen. Diese hat man neuerdingsplatonische Erdbeben im Gegensatz der eigentlichen vulkani-schen genannt, die meist auf kleinere Loealitäten eingeschränktsind. In Hinsicht auf allgemeinere Ansichten überVulcani-cität ist diese Nomenclatur nicht zu billigen. Die bei weitemgrößere Zahl der Erdbeben auf unserem Planeten müßten plu-tonische heißen.

Was Erdstöße erregen kann, ist überall unter unserenFüßen; und die Betrachtung, daß fast ^ der Erdoberfläche,von dem Meere bedeckt (einige sporadische Inseln abgerechnet),ohne alle bleibende Communication des Inneren mit der At-mosphäre, d. h. ohne thätige Vulkane, sind: widerspricht demirrigen, aber verbreiteten Glauben, daß alle Erdbeben derEruption eines fernen Vulkans zuzuschreiben seien. Erschütte-rungen der kontinente pflanzen sich allerdings auf dem Meeres-boden von den Küsten aus fort; und erregen die furchtbarenMeereswellen, von welchen die Erdbeben von Lissabon, Callaode Lima und Chili so denkwürdige Beispiele gegeben haben.Wenn dagegen die Erdbeben von dem Meeresboden selbst