Druckschrift 
Der erste Triarier : an Joseph von Görres
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

!7t

bestehen lassen in ihrer Stärke und Kraft. Warum sind Sienicht auch zur Bibel gegangen und haben die Sache, die Sieheilig, gerecht und göttlich nennen, weil sie die Sache der Kirchesei, nicht mit Jesu und seiner Apostel Worten vcrtheidigt? Siesagen: Was kümmert unS Katholiken die Schrift? „mögen „diejenseits" sie sich zum Grunde genommen haben. Wir haben aucheinen Grund, einen Grund im lebendigen Worte, der nach un-scrm Ermessen tiefer liegt als der im geschriebenen Wort, ohnediesen auszuschließen; dazu übcrdcm noch den Geist von oben,der unsere Kirche übcrschwebt in ihrem Mittelpunkte. — (Daglauben Sie ja gar an die Unfehlbarkeit der h. VatcrS, HerrGvrres. Gratulire von Herzen.) — Wir wollen und Verlan?gen, daß man andererseits auch uns diesen unfern Grund un-angefochten lasse (wie die katholische Kirche den Grund der pro-testantischen Kirche unangefochten laßt, haben wir oben gesehen),und zwar nicht nur den Grund, sondern auch das ganze Ge-bäude, das auf ihm seit undenklichen Zeiten ruht, so in Lehreund Tradition, Sacramcntcn und Sacramcntalien, Disciplinund Hierarchie, wozu auch der römische Stuhl gehört, in ihreminncrn und ungestörten Verbände. Das wollen wir und dasverlangen wir; denn es ist unser volles und gutes Recht, dasuns nicht vorenthalten werden kann." (S. 134.)

Ganz vortrefflich, Herr Görres; Sic bringen da die Sacheganz fein und säuberlich zu Ende. „Da habt Ihr Euer Thcil;dies ist hier unser Thcil; jeder bleibe nun hübsch ruhig bei demSeinigcn, rühre nicht Fremdes an, und damit Punktum." —Aber wir wollen doch nun diese Ihre Phrasen einmal näher be-trachten. Also, wir haben einen Grund im lebendigen Worte,das tiefer liegt als das geschriebene, und dazu den h. Geist, derden h. Vater unfehlbar macht. Also die Tradition und dasLehramt über der Schrift. Aber nun hat uns dieses geistlicheLehramt oft Dinge gelehrt, die gar nicht in der Schrift stehen,sondern ihr schnurstracks entgegen sind, wie schon gleich die Un-fehlbarkeit des h. Vaters; wie ferner das ganze neue römischeEvangelium von den falschen Dccrctalcn an, durch die Gregore,