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wisset nicht, wcß Geistes Kinder ihr seid. Des Menschen Sohnist nicht gekommen, Menschenleben zu zerstören, sondern zu er-halten. Sic begaben sich nun in einen andern Flecken."
Auf diesen Spruch des Herrn ist wol die Inquisition ge-baut, und auf ihn sich berufend hat die Kirche wol Religions-kriege angefacht und unterhalten, um die Ketzerei zu vertilgenund den alleinseligmachenden Glauben zu schützen.
„Segnet eure Verfolger, ja segnet sie; fluchet ihnen nicht.Laß nicht das Böse dich überwinden, sondern überwinde du dasBöse durch Gutes."
„Schuldig sind wir Starker«, die Schwachheiten der Schwä-cher» mit Schonung zu ertragen und alle Selbstgefälligkeit fernvon uns zu halten. Ein jeder strebe vielmehr, dem Nächstengefallig zu sein zur Beförderung seines Wohles und seiner Ver-edlung." -I
„Behandelt ihn (der auf Pauli Mahnung nicht hörte), nichtals einen Feind, sondern weiset ihn zurccht als einen Bruder."'-"-I
„Werfet euch nicht zu Richtern über Gedanken und Einsich-ten Anderer auf."
Diese Worte der Schrift sind doch auch an die Päpste undBischöfe, d. h. an die Kirche, nach Ihrem Begriffe, gerichtet.Wie haben sie selbe gehalten? Ein langer Fluch der Kirche ge-gen ihre Feinde, gegen die von ihr Abgefallenen, hcnlt durch einJahrtausend bis in unsere Zeit herüber; eine fluchende, eine soentsetzlich fluchende Kirche, eine Kirche Jesu, des Fürsten derLiebe und der Versöhnung! Es ist eine Carricatur, die die Kir-che auf ihre Geschichte gemalt hat; ein Stempel, der einemBrandmale gleicht; ein Bild, von dem ein Mensch und Christsich mit Bedauern und Verachtung wendet.
Ich will Ihnen nicht weiter auö der Schrift citircn. Sieaber werden genannten Sprüchen kein Leid thun, sondern sie
*) Rem, ,5, t.
2 Tdessal. !Z, l4, I'>.
«**) Rom. t4.