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Protestant gewesen und geblieben bis zur Stunde, wie Ihnendas Sendschreiben zeigt. So bin auch ich Katholik und bines stets gewesen und werde es bleiben, wenn ich auch, nicht ge-gen meine Kirche — die ist mir thcure Mutter und Freundin —sondern gegen deren Diener und Beamte angehe und ihnen durchden historischen Beweis darthue, daß sie, schwach und sündigwie wir Andern alle, genug geirrt und gefehlt und in der KircheBöses angerichtet haben, was sie hartnackig leugnen. MeineFeindschaft gegen dieselben ist eine historische; sie ist nicht gegendie katholische Kirche, d. h. gegen Lehre und Disciplin, auchnicht gegen die göttlichen Institute der Kirche, z. B. gegen dasPriesterthum: nein, nur gegen die Priester selbst, und auch dasnicht absolut, sondern nur, insofern sie Zustande leugnen, dienach meiner Ucberzcugung unumstößlich erwiesen werden können.Trotz dieser historischen Feindschaft kann ich ein guter Katholiksein, wie z. B. ein Hochtorry in England, der Prcßfrcihcit undRcformbill verwünscht, doch ein sehr guter englischer Bürgersein kann.
„Aber was willst Du denn, daß Du Dich hier auf Seitedes Staates und der Protestanten stellst?" „Auf Seite desStaates stehe ich als Bürger und Preuße; und weil ich im We-sen seine Sache für die gute halte, wenn ich auch Fehler undJrrthümcr nicht verkenne. Auf Seite der Protestanten stehe ichaber nur, insofern die historische Wahrheit, die ich verfechte, ih-nen zu gute kommt." Wie? fragen Sie. Ich will Ihnen dasauseinander setzen.
Nach meiner, durch rastloses und gründliches Forschen inder Geschichte gewonnenen, bisher noch durch keine Gcgengründeerschütterten Uebcrzcugung trug die Hierarchie, d. h. nach IhrerAnsicht die Kirche, die Schuld der Reformation; historisch wardiese gerechtfertigt; ob dogmatisch, ist meine Sache nicht. Nunthut aber die Kirche, als wenn sie kein Wasserchen getrübt habe;sie nennt jenen Abfall ein Werk des Satans, der Lüge; die Pro-testanten sind Bastarde, Abtrünnige, Empörer. Herr Görres,geht das und ist das recht? Zur Seit der Reformation mochte