Druckschrift 
2 (1826) C und D
Entstehung
Seite
306
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niederer Temperatur oder von geringerer Elasticitiit grüfser scy;ds in diclitcrem von gröfserer Elasticität, worauf sich das obenerwähnte, von G. G. Schmidt aufgestellte dritte Argument griin.de!. Wäre nämlich die Wärme im Dampfe von jeder Tempera-tur und Dichtigkeit eine constante Gröfsc, so müfsle die sensi-bele Wärme des dichteren Dampfes in dem dünneren latent wer- iden, und hierdurch gerade hinreichen, um denselben bis zu demerforderlichen Grade zu expandiren. Insofern aber Dunst ge-bildet wird, scheint die vorhandene sensibele Wärme hierzunicht hinreichend zu seyn. Genau genommen entscheidet aberdiese Erfahrung dennoch gleichfalls für den Satz, dafs die Wär-me des Dampfes bei jeder Temperatur eine constante Gröfse sey.Würde nämlich zur gröfseren Expansion des frei entweichendenDampfes noch “Wärme erfordert, so müfste in der Nähe diesesProcesses eine allmälig höchst empfindliche Kälte entstehen,welches nicht der Fall ist; vielmehr wird aller Dunst, wie hoch |auch die Temperatur des Dampfes war, woraus er gebildet wur-de, und wie niedrig die Temperatur der Umgebung ist, woriner entweicht, stets wieder expandirl, ohne eine andere Wär-mequelle, als diejenige, welche durch die sensibele Wärme desDampfes seihst gegeben ist. Der partielle Niederschlag oder dieBildung des Dunstes rnufs diesemnacli daraus erklärt werden,dafs wegen des Widerstandes der Luft gegen die Ausbreitungdes Dampfes und ihrer schon' vorhandenen Uebersättigung mitDampf der neu hinzukommende nicht augenblicklich expandirt,und die sensibele Wärme nicht sofort latent werden kann. Wenndaher irgend ein Körper jene entzieht, ehe sie latent werdenkann, so wird der Dampf tropfbar flüssig niedergeschlagen.

Vielleicht führen diese Betrachtungen zur Beantwortung ,einer der schwierigsten Fragen, welche in Beziehung auf dieBenutzung der Wasserdämpfe als erste Beweger der bekanntenwichtigen Dampfmaschinen aufgestellt sind, und welche schonhier, vor der Beschreibung und Erläuterung derselben, zurUntersuchung kommen kann, nämlich ob zur Jlervorbringmgeiner gleichen Kraft Dämpfe von höherer Elasticität mit grö- ifserem Kort heil rücksichtlich des erforderlichen Aufwandes vonBrennmaterial angewandt werden , oder nicht. Die Ansichtender Physiker über diesen Gegenstand waren allezeit sein' ver-schieden und einander widersprechend, wobei sie entweder