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Gamot, der Dirigent der Probecondition, unter dessen umsichtiger und sachkundiger Lei-tung alle Versuche in den Jahren 1838, 1839 und 1810 ausgeführt worden waren, sagt inseinem der Kommission abgcstattcten Schlußberichtc, die getrocknete Seide habe schon beim erstenProbehaspeln sogar einen entschiedenen Vorzug vor der nicht getrockneten Seide zu erkennengegeben. Ihr Nerv sei vermehrt worden, die Fäden hätten weniger stark zusammengeklebt undseien stärker erschienen. Das zweite Probehaspeln der italienischen KieZo von wenig Nervhätte die frühere Ansicht so vollständig bestätigt, daß diese Erfahrung als eine für die Mouli-nage wichtige Entdeckung möchte angesehen werden können.
Bei dieser Gelegenheit thcilt Gamot noch eine Erfahrung über das Verhalten der Seidemit, welche Lardon, Dircctor der Seidcncondition in St. Etienne möglich gemacht habe. Der-selbe habe nämlich einige Stränge Organsine mitgebracht, welche ihm D'Arcet im Jahre 1833übergeben und deren absolutes Gewicht damals bestimmt worden sei. Bei der neuerdings ver-anstalteten absoluten Austrocknung sei das Gewicht des einen Stranges um ^gg, das Gewichtdes andern um zgz größer als früher bestimmt worden. Es gehe also aus dieser Erfahrunghervor, daß, obgleich die Seide nach Verlauf mehrerer Jahre einen Verlust an hygromctrischerCapacität erleide, ihr Gewicht im absolut trockenen Zustande doch unverändert bleibe. Die obenbemerkte sehr geringe Gewichtzunahme rühre unzweifelhaft von ein wenig Staub her, wovonman auf der Seide Spuren habe bemerken können.
III. Wieviel Prozent soll dem Gewichte der absolut trockenen Seide zugesetzt wer-den, um das Conditions- oder Handelsgewicht zu erhalten?
Die Festsetzung, daß zum Gewichte der absolut trockenen Seide 10 Z zugesetzt werden soll-ten, um das Handelsgcwicht zu erhalten, entbehrte eigentlich jedes rechtlichen Grundes und über-haupt irgend eines haltbaren Prinzips; die Annahme hatte sich wohl eigentlich mehr durch diebequeme Zahl, besonders in dem decimalsüchtigcn Frankreich, als durch vorliegende Sachgründeempfohlen. Auch möchte es schwer halten, irgend ein Prinzip von allgemeinerer Gültigkeit fürdie Bestimmung des zulässigen Grades der Feuchtigkeit aufzufinden. Die mittlere Feuchtigkeitder Seide im natürlichen Zustande als Normalzustand festzusetzen, ist unthunlich, weil dieserFeuchtigkcitszustand nicht allein mit den Jahreszeiten, sondern auch mit Ortsverhältnissen außer-ordentlichen Abweichungen unterworfen ist. Nach den früher mitgcthciltcn Versuchen zeigt diein Beaucairc an der Luft getrocknete Seide nur 9,2 g Feuchtigkeit, während dieselbe, kaum inLyon angekommen, schon 10,7 ß Feuchtigkeit besaß, und die in Lyon conditionirtc Seide meistensgegen 11g Feuchtigkeit enthält. In nnsern nördlichen Gegenden, besonders in den Gebirgenund an Flüssen, wird die Seide durchschnittlich noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen.
Der reine Theoretiker möchte sagen, es könne dem Seidcngeschäfte gleichgültig sein, welcherZusatz für Feuchtigkeit gesetzlich bestimmt werde; wenn es den Betheiligten nur bekannt ist, wieviel Pfund reine Seide und wie viel Pfund Wasser der conditionirte Ballen Seide enthält, sokönne sich jeder selbst die Rechnung stellen. Eine solche Sprache würde aber die größte Un-kunde mit dem Gange kaufmännischer Geschäfte verratheu, da es keinem Zweifel unterworfen