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sein kann, daß die gesetzliche Festsetzung eines hohen Fcnchtigkeitsgradcs den? Prodnccnten undHändler, eines niedrigen Grades aber dem Fabrikanten und Eonsumcnten von Vortheil sein wird.
Dieses hatten die Dcputirten aus den Seide prodncirendcn Departements so wohl begrif-fen, daß ste alle, mit einer einzigen Ausnahme, und von der ersten Sitzung an bis zur letzten,gegen den Zuschlag von nur 10 Z für Feuchtigkeit auf das ernsteste protestirten. Sie stelltenals Grundsatz auf, die neue Kondition dürfte durchschnittlich nicht strenger sein, als die alte;das heißt, das neue Verfahren dürfe durchschnittlich kein geringeres Handclsgcwicht ermitteln,als dies von dem alten Verfahren bisher geschehen sei, sonst leide darunter Produccnt und Mou-linircr. Wenn auch das alte Conditionsverfahren ungenau sei, so würde bald dem Verkäufer,bald dem Ankäufer ein Vortheil zugewandt, und diese Vortheile und Verluste würden sich, aufviele Fälle vertheilt, ziemlich ausgleichen. Würde aber durch das neue Verfahren gesetzlich einebisher im öffentlichen Verkehr nicht gebräuchliche Strenge im Conditioniren eingeführt, so fallestets der Nachtheil auf die eine und der Vortheil auf die andere Seite.
Diesen Gründen scheint die Kommission nichts Haltbares entgegenzusetzen vermocht zu ha-ben. Es kam also darauf an, zu ermitteln ob und in welchem Verhältnisse das neue Verfah-ren strenger sei, als das alte.
Lardon, Dcputirtcr von St. Etiennc und Direktor der dortigen Conditio», erklärte, daßvielfachen Versuchen zufolge die dort conditionirte Seide, welche Auötrocknung freilich unter demEinflüsse anderer atmosphärischer Verhältnisse stattfinde, als in Lyon, kaum 9z z Feuchtigkeit nochenthalte. Dagegen bemerkte aber ein zweiter Depntirter aus St. Eticnne, daß der in der dor-tigen Condition unterhaltene Hitzegrad unter den vorhandenen atmosphärischen Verhältnissen schonzu Reklamationen Veranlassung gegeben habe; daß man aber diese Reklamationen nicht weiterverfolgt, nicht, weil man sie etwa für unbegründet gehalten, sondern, weil man erwarte, daßbald das neue bessere Verfahren das alte ohnehin verdrängen werde. Um nun zu ermitteln, inwelchem Verhältnisse das neue Verfahren eine schärfer getrocknete Seide als das alte Verfahrenin Rechnung bringe, wurden die folgenden Resultate der in den Jahren 1838, 1839 und 1810,nach dem alten und neuen Verfahren untersuchten Seidcnballcn zusammengestellt. Die procent-weise berechneten Verluste sind leider auch hier wieder auf das veränderliche Gewicht der Seideim feuchten, nicht auf das konstante Gewicht der Seide im absolut trocknen Znstande bezogen, sodaß die berechneten Mittel nicht scharf mathematisch richtig sind. Da aber der Fehler der Rech-nung jedenfalls von dem Fehler der Beobachtungen übertreffen wird, so durfte ich mir die Müheersparen, die Verluste nach richtigeren Prinzipe neu zu berechnen.
Die Kommissionsmitglieder scheinen von der Unrichtigkeit ihrer fortwährend befolgten Be-rechnungswcise gar keine Ahnung gehabt zu haben. — Die mit * bezeichneten Gewichtvcrlustesind nach 24stündiger, die übrigen nach -Mündiger Austrocknnng erfolgt. Die meteorologischenBeobachtungen sind aus den Registern des Observatoriums in Lyon entnommen und beziehen sichauf den Mittag des bezüglichen Tages. Die Hygrometerangaben scheinen nicht viel Zutrauen zuverdienen.