14
bestimmt worden, einige absolut getrocknete und einige bloß durch die öffentliche Eondition ge-gangene Stränge sollten abgehaspelt werden, um aus dem verschiedenen Verhalten der Seideund dem Abfall ihren Unterschied bcurtheilen zu können. Die Dcputirten mußten vorab aner-kennen, daß die aus dem Apparat des absoluten Austrocknens gezogenen Stränge weder in ih-rem Ansehen, noch in ihrem Nerv, die geringste nachtheilige Veränderung erkennen ließen. DieSeide zeigte sich zwar ein wenig entfärbt, sie hatte aber auch beim Trocknen einen schwachenSeifengeruch ausgehaucht. Beim Reiben der Seide fiel kein Atom Staub ab. — Es wurdendarauf 2 Stränge Trame von 28 Deisters, die absolut getrocknet worden waren, und wovon dereine Strang rosa, der andere blau, beide in zarter Farbe, gefärbt waren, untersucht. Sie hat-ten in ihrem äußern Ansehen, ihrer Farbe und ihrem Griff so wenig Veränderung erlitten, daßsie von ungetrocknctcn Strängen durchaus nicht zu unterscheiden waren. — Teraube wandtegegen das Abhaspeln der conditionirtcn Organsinc ein, die Seide sei zum Probehaspeln zu stark,nämlich von U st. Feinheit. Er lieferte dagegen vier Stränge Organsine von zz st. ein, wo-von zwei absolut getrocknet wurden und die beiden andern unberührt blieben. Die Elastizitätfand sich vollkommen gleich, indem Fäden von 10 Zoll Länge sich um 2 Zoll ausstrecken ließen.Beim Abhaspeln zeigte sich nicht der mindeste Unterschied. Ferner wurden einige absolut ge-trocknete Stränge Hrv»v von zz st. mit andern nicht getrockneten Strängen verglichen. Diegetrockneten Stränge zeigten eine kaum merkliche, gar nicht in Betracht zu ziehende Entfärbung.Beim Abhaspeln konnte kein Unterschied wahrgenommen werden. Die sämmtlichen Dcputirtenstanden darum auch nicht länger an, einstimmig und unbedingt zu Protokoll zu erklären, daßdie Seide durch das absolute Austrocknen keine nachtheilige Veränderung erleide.
Es wurden am 11. Oktober einige Flotten KreAs von K st., welche absolut getrocknetworden waren, und zu gleicher Zeit einige Flotten ungctrockneter Seide aus demselben Ballengehaspelt. Es stellte sich dabei nicht der geringste Unterschied im Verhalten der Seide heraus,obgleich die getrockneten Stränge erst 6 z Feuchtigkeit wieder angenommen hatten.
Nachdem später mehrere Dcputirte erklärt hatten, von der Unschädlichkeit des absolutenAustrockncns überzeugt zu sein, bestritten am 2l. August die Dcputirten Gaucherand, Cham-panhet und Jtty wieder diese Behauptung und forderten zu einem neuen Versuche auf. Von1Z Kilogramme italienischer dre»« von /z st. wurde die eine Hälfte absolut getrocknet und dieandere Halste der freien Luft ausgesetzt. Beide Hälften wurden dann 1 Stunden lang imKeller aufgehängt, wonach die absolut getrocknete Seide 6^ Feuchtigkeit wieder angenommenhatte und sich in sehr wenig merklichem Grade entfärbt zeigte. Beim Abhaspeln fand sich nichtder geringste Unterschied zwischen der getrockneten und nicht getrockneten Seide, wie dieses dieanwesenden Dcputirten durch protokollarische Erklärung anerkannten.
Andere Versuche, die angeblich nachtheilige Einwirkung des absoluten Trocknens der Seidebetreffend, wurden von den Dcputirten nicht gefordert. Und die Erklärungen, welche diejenigenDcputirten zu Protokoll gegeben, welche in der vorgefaßten Meinung einer durch das neue Ver-fahren verursachten Entwerthung der Seide die oben beschriebenen Versuche beantragt hatten,beweisen ganz unzweideutig, daß sie durch die Versuche vollständig eines Bessern überzeugtwurden.