131
derjenige» verursachen können, welche die Verhält-nisse zu unfern Feinden gemacht haben. Da die-selben seit ihrem Dasein nur von unserm Unrechthaben reden hören, ohne das zu kennen, welchesihre Aeltern gegen uns gehabt haben, und es ihnenunmöglich ist, an dem zu zweifeln, was sie ihnensagen, so werden sie um so unversöhnlichere undgefährlichere Verlänmder, als sie aus Ueberzengungsprechen, und kein geheimer Vorwurf ihre feind-seligen Gesinnungen in Schranken hält, die ihnensogar als eine Art von Pflicht erscheinen.
111.
In dem Maaße als das Alter unsre Leiden-schaften dämpft, werden wir verständiger; nicht,wie wir es glauben, weil die Erfahrung uns aus-klärt, sondern weil die Verminst uns allen innewohnt, die eines der Bestandtheile unseres Daseinsist, und sie in uns wirkt und uns ungehindertleitet sobald sie nicht mehr durch unsere Leiden-schaften verdunkelt wird.
Aus diesem Grunde vermag die Erfahrung derJahre nichts über das Alter, welches noch dieLeidenschaften quälen, und darum ist der jungeMann, der nicht von ihnen hingerissen und gestörtwird, von selbst weise und verständig.
9 *