13«
138.
In diesem Jahrhunderte sieht man, wovon dievergangenen Jahrhunderte kein Beispiel bieten,nicht nur die Geringschätzung, sondern gar dieVerachtung deS Greisen- und selbst des reifen Alters.
139.
Die Menschen, welches auch ihre Vermögensum-städe, ihr Rang, ihr Verdienst sein mögen; derGelehrte, der Unwissende, der Land- der Stadtbe-wohner, kurz alle, sobald sie zum Alter gelangtsind, haben ungefähr dieselbe Art zu sehen, zuempfinden, zu urtheilenz sie haben dieselben Beob-achtungen über dieselben Gegenstände gemacht; undbis auf die feinen Unterschiede, welche ErziehungStellung und Charakter unter ihnen bedingen,haben sie dieselben Empfindungen durchgemacht.
Nicht also, wie wir es glauben, aus dem Wegeder Beobachtung und des Nachdenkens kommenwir dazu, die Menschen recht kennen zu lernen,sondern ganz einfach durch Leben.
110.
Es gibt einen Schmerz, den wir erst mir demAlter kennen lernen ; er ist der, den uns die Kinder